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Forchheims verkorkste Hinserie

Lali Mitte: Verletzungspech und fehlende Cleverness zwingt den Jahn auf einen Abstiegsplatz

von Dirk Meier · 22.01.2011, 09:32 Uhr · 0 Leser
Die Forchheimer Franz Schmuck (li.) und Christian Staatz (re.) nehmen Jan Kotáb in die Mangel. F: Meier
Die Forchheimer Franz Schmuck (li.) und Christian Staatz (re.) nehmen Jan Kotáb in die Mangel. F: Meier

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Die SpVgg Jahn Forchheim ist Aufsteiger in die Landesliga Mitte und überwintert auf einem Abstiegsplatz. FuPa hat nachgefragt bei den Oberfranken, die fußballtechnisch zum Bezirk Mittelfranken zählen und in der Hinserie vom Verletzungspech verfolgt waren.


Der Saisonstart des Jahn verlief nicht optimal: "Wir haben gleich das erste Spiel unglücklich mit 1:2 in Neumarkt verloren. Dadurch waren wir gleich unter Druck, denn am zweiten Spieltag waren wir spielfrei und haben dann in Eltersdorf mit 1:3 verloren. Somit hatten wir erst am vierten Spieltag das erste Heimspiel", weiß Jahn-Trainer Michael Hutzler. Da reichte es nur zum einem 2:2. Der erste Sieg konnte erst am sechsten Spieltag mit dem 2:0 gegen den SV Etzenricht gefeiert werden. Chefanweiser Hutzler hat den Vorrundenverlauf genau analysiert: "In vielen Spielen hat der jungen Mannschaft die notwendige Routine gefehlt. Wir warn zumeist nicht clever genug. Dann kam auch noch Pech dazu." Forchheims Coach hat aber auch erkannt: "Wir waren nicht immer die schlechtere Mannschaft. Daher bin ich davon überzeugt, dass wir in der Rückrunde vieles besser machen werden."

Der Kader ist eigentlich groß genug, aber das Verletzungspech bei den Oberfranken war und ist enorm. Gleich zu Rundenbeginn erlitt Tobias Schlund einen Kreuzbandriss. Christian Riedelmeier laboriert an einem Knorpelschaden. Nun hat sich auch noch Christian Neumohr einen Riss des Kreuzbandes zugezogen. Dieses Trio wird auf unbestimmte Zeit fehlen. Mit Dominic Distler vom SC 04 Schwabach gibt es für die linke Außenseite einen Neuzugang. Doch Distler zog sich in einem Futsal-Turnier in Oberhaching einen Mittelfußbruch zu, fällt mindestens vier Wochen aus: "Das ist natürlich sehr schade, weil ich dadurch die gesamte Vorbereitung verpasse", sagt Distler. Aus beruflichen Gründen wird zudem Loic Chinchilla nicht mehr für den Jahn spielen, weil er sich beruflich nach Asien verändert.

"Es könnte sein, dass noch ein oder zwei Spieler dazu kommen. Aber der Kader ist eigentlich groß genug. Jetzt müssen halt die anderen mal ran", sagt Hutzler. Qualität sei genügend vorhanden. "Auf die baue ich." Wichtig sind gleich die ersten drei Aufgaben. Denn mit dem FSV Erlangen-Bruck II daheim, dem SV Etzenricht auswärts und im Jahn-Stadion gegen die DJK Vilzing geht es zunächst gegen drei direkte Konkurrenten. Da muss Jahn Forchheim anständig punkten. Dann ist das Unternehmen Klassenerhalt beileibe kein unrealistisches Unterfangen.

Die SpVgg Jahn Forchheim:
Politisch zählt Forchheim zum Bezirk Oberfranken, fußballerisch ist der Traditionsklub aber in Mittelfranken beheimatet. Von 1994 bis 2000 spielte Forchheim in der Bayernliga. Trainer war damals Roland Seitz, heute Coach der Regionalligisten Eintracht Trier. 2000 zog sich der Verein aus finanziellen Erwägungen aus der Bayernliga zurück. Es folgte ein stetiger Aufwärtstrend und 2006 kam die Jahnler wieder in der Landesliga Mitte an. Es war aber nur ein einjähriges Gastspiel. Im vorigen Sommer folgte dann der neuerliche Sprung in den bayerischen Verbandsligen-Bereich. Aktuell rangiert Jahn Forchheim 20 Punkten auf Rang 16, einem Abstiegsplatz. Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf die rettende Zone. Nach dem Aufstieg musste trotz aller Euphorie der Kader umgebaut werden, 13 Neue mussten integriert werden. Mit Michael Hutzler (41) kam zudem ein neuer Trainer. Somit konnten die Forchheimer den guten Lauf aus der vorigen Meister-Saison in der Bezirksoberliga Mittelfranken nicht wie die Mitaufsteiger TSV Bad Abbach und SpVgg Hankofen-Hailing mitnehmen. Coach Hutzler hatte jede Menge Arbeit. Hutzler, der in Ebermannstadt wohnt, spielte 25 Jahre für seinen Heimatverein TSV Ebermannstadt, wo er anschließend fünf Jahre Trainer war. Es folgten zwei Jahre bei der SpVgg Muckendorf mit dem Aufstieg in die Kreisliga. Mit der DJK Weingarts stieg Hutzler in die Bezirksliga auf, blieb dort auch zwei Jahre. Nach einer Spielzeit SC Adelsdorf wechselte Hutzler im vorigen Sommer nach Forchheim. Von seinem Wohnort Ebermannstadt ein Katzensprung von 15 Kilometern.