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Interview

»Es wurde vieles unterschätzt«

FuPa-Interview mit Bogens Spielertrainer Florian Schrepel

von Thomas Seidl · 23.09.2010, 11:51 Uhr · 0 Leser
Florian Schrepel im Interview Foto:Wagner
Florian Schrepel im Interview Foto:Wagner
Die Transfers von Florian Schrepel und Alexander Geiger zum TSV Bogen waren die Hammermeldungen des Sommer 2010. Die beiden ehemaligen Weidener Regionalligaspieler bilden mittlerweile das Trainerduo beim Bezirksoberligaaufsteiger. FuPa hatte Gelegenheit mit dem in Regensburg lebenden Schrepel zu reden

FuPa: Florian, seit fünf Wochen bildest du jetzt zusammen mit Alexander Geiger das Spielertrainerduo beim TSV Bogen. Was ziehst du für eine ersten Zwischenbilanz?

Schrepel: Eigentlich eine Positive, da ein Aufwärtstrend erkennbar ist. Zwar haben wir in den fünf Spielen unter unserer Leitung noch kein Spiel verloren, aber auch erst eines gewinnen können. 2,3 Punkte mehr, würden uns sicher gut zu Gesicht stehen.

FuPa: Die Entlassung von Erfolgstrainer Helmut "Pele" Schreiber sorgte ja für viel Wirbel. Böse Zungen behaupteten, dass euere Installierung als Trainerduo schon im Vorfeld festgestanden hat. Ist dies so?

Schrepel: Das muss ich energisch dementieren. Als Alex und ich zum TSV kamen, war das nie ein Thema. Wir waren selbst sehr überrascht, als der Verein auf uns zugekommen ist und uns gefragt hat, ob wir die sportliche Leitung übernehmen würden.

FuPa: Gerüchte gibt es ja viel, es werden auch immer wieder dubiose Summen in den Raum geworfen, die ein Schrepel oder ein Geiger in Bogen erhalten sollen. Was waren die Hintergründe, dass ihr nach Bogen gekommen seid?

Schrepel: Es ist klar, dass wir eine passable Aufwandsentschädigung erhalten. Aber die ist wesentlich geringer als in Weiden. Wir hatten einfach keinen Bock mehr diesen Aufwand zu betreiben, da es in Weiden zudem drunter und drüber ging. Das machte keinen Spaß mehr und ich bin echt froh, dass dies zu Ende ist. Mir hat der TSV Bogen auch beruflich enorm weitergeholfen, was auch der Haupgrund für den Wechsel war.

FuPa: Was habt ihr jetzt in den fünf Wochen von den mannschaftsinternen Abläufen geändert?

Schrepel: Wir haben sehr intensiv auf dem Trainingsplatz gearbeitet. Taktisch und konditionell war die Mannschaft in einem katastrophalen Zustand, da haben wir jetzt viel gemacht. Das geht aber auch nicht von heute auf morgen, wir sind aber nicht unzufrieden, da sich die Jungs voll reinhauen.

FuPa: Wie sieht die Aufgabenverteilung des TSV-Trainergespanns aus?

Schrepel: Die ist wirklich 50:50. Wir sprechen uns da immer kurzfristig ab, wer was macht. Einmal halte ich die Besprechung, mal Alex. So sieht es auch im Training aus. Wir verstehen uns ja privat prima, was sich auch auf dem Fußballplatz postitiv bemerkbar macht.

FuPa: Mit Armin Peter habt ihr schon wieder einen Langzeitausfall zu beklagen. Frustierend, oder?

Schrepel: Klar, denn gerade der Armin hat in den letzten Wochen tollen Charakter gezeigt. Der ist im Training vorneweg gelaufen, hat großen Einsatz gezeigt und war mit seiner großen Erfahrung eine wichtige Stütze. Das mit den Verletzungen ist schon krass, da ja auch Martin Dorfner und Dennis Hübscher schon mit Kreuzbandrissen derzeit auf Eis liegen.

FuPa: Wie zufrieden kann man mit den Neuzugängen sein?

Schrepel: Das sind gute Jungs, die aber auch bisher nicht vom Glück verfolgt sind. Der Rene Diwo fällt jetzt mit einem Muskelfaserriss aus, Basti Zollner laboriert an einr Bauchmuskelzerrung und auch David Wagner ist nach seiner Verletzung noch nicht hunderprozentig fit.

FuPa: Also sind die Aussichten für die nächsten Wochen und Monate nicht rosig?

Schrepel: Die Mannschaft stellt sich halt aktuell nahezu von selbst auf. Es fallen immer wieder Spieler aus und der Kader ist halt qualtitativ nicht der Größte. Das muss man knallhart sagen, hier wurde im Vorfeld vieles unterschätzt. In der Bezirksoberliga wird schon ein richtig gutes Niveau gespielt.

FuPa: Was ist dann in der laufenden Runde für den TSV Bogen noch möglich?

Schrepel: Es geht rein um dem Ligaerhalt, mehr ist heuer nicht drin. Das haben wir auch Mannschaft und Verein so gesagt.

FuPa: Abschließende Frage- macht die Trainertätigkeit denn Spaß?

Schrepel: Es ist schon eine gewaltige Umstellung, man muss sich um viel kümmern, man muss viel reden. Aber es macht Spaß, denn wir haben eine gute Truppe, die auch außerhalb des Platzes voll in Ordnung ist. Ich und Alex müssen aber schauen, dass wir mal wieder einen Sieg vorweisen können, denn sonst werden wir das erste Trainergespann sein, dass ohne Niederlage entlassen wird, die vielen Unentschieden bringen uns nämlich nicht weiter :)