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Ligavorschau

Es darf fleißig gerechnet werden

Mit zwei Siegen wäre der SC Bubesheim definitiv Meister +++ TSV Dinkelscherben ist alle Sorgen los +++ TSV Meitingen bastelt fleißig am neuen Kader

von Augsburger Landbote / Reinhart Kruse · 16.05.2013, 17:53 Uhr · 0 Leser
Schießt Sandro Santamaria (dunkles Trikot) die entscheidenden Tore im Aufstiegsrennen für den TSV Wertingen?	 F.: G. Fischer
Schießt Sandro Santamaria (dunkles Trikot) die entscheidenden Tore im Aufstiegsrennen für den TSV Wertingen? F.: G. Fischer
Der Rechenschieber ist gefragt. Weil es in der Bezirksliga Nord oben wie unten ganz eng zugeht und bei Punktgleichheit der direkte Vergleich nach Europapokal-Modus darüber entscheidet, wer denn letztlich nun besser platziert ist, wird viel gerechnet. Zu einem klaren Ergebnis ist schon mal der TSV Dinkelscherben gekommen, denn der ist definitiv gerettet. Klarheit hätte auch der SC Bubesheim, wenn er beide ausstehenden Partien gewinnt. Dann wäre den Günzburger Vorstädtern der Landesliga-Aufstieg nicht mehr zu nehmen.

TSV Wertingen – SSV Glött (Sa, 15.30 Uhr)
Unter der Woche haben sich einige Spieler des TSV Wertingen sowie Trainer Ewald Gebauer das Spitzenspiel zwischen dem SC Ichenhausen und dem SC Bubesheim, den beiden direkten Konkurrenten des TSV Wertingen, angeschaut. Ichenhausen gewann gegen Spitzenreiter Bubesheim mit 3:0, damit läuft beim Herzschlagfinale alles auf ein „Endspiel“ am letzten Spieltag hinaus, wenn Wertingen in Ichenhausen antreten muss. Vorher steht für den Tabellenzweiten allerdings das Spiel zuhause gegen die SSV Glött auf dem Spielplan.
„Wir müssen unser Spiel gewinnen, was die Konkurrenz macht, ist erst einmal zweitrangig“, konzentriert sich Gebauer nur auf das eigene Match. Immerhin: In der Rückrunde hat Wertingen noch kein einziges Spiel verloren. Diesmal erwartet der TSV-Coach eine schwere Prüfung, was sich schon im Hinspiel zeigte, das Wertingen am Ostermontag knapp „und glücklich“ mit 1:0 gewinnen konnte. „Glött ist nach vorne sehr stark, sie haben bereits 64 Tore erzielt“, weiß Gebauer um die Gefährlichkeit des Gegners, was nicht nur am Glötter Torjäger Christoph Bronnhuber liegt. Der steht übrigens unmittelbar vor einem Wechsel an den Wertinger Judenberg.
In der Vorwoche drehten die Wertinger das Spiel gegen den TSV Rain II (4:2), zur Halbzeit lagen sie noch 1:2 zurück „Wir haben gute Moral gezeigt, haben zweimal einen Rückstand gedreht“, ist Gebauer mit der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden. In der ersten Halbzeit waren seine Spieler im Umschaltspiel zu langsam, kamen zu spät hinter den Ball. Fehlen wird gegen Glött weiterhin Moritz Hempel, dazu fallen Claus Hernadi und Simon Bunk aus. Gerade des Ausfall von Simon Bunk schmerzt. „Er war in den letzten Wochen einfach super drauf, hat starke Leistungen gebracht“, lobt Gebauer.
Beschränkt ist die Auswahl von Glötts Trainer Florian Stehle, der auf Sebastian Wörner, Daniel Schiffelholz und wohl auch Hans-Jörg Schauler verzichten muss. Wieder mit dabei hingegen sind Daniel Stredak und Alexander Kuchenbaur. So muss wohl wieder der ein oder andere Akteur aus der Zweiten herangezogen werden, um die Wertinger im Derby zu ärgern.

SC Bubesheim – VfR Neuburg (Sa, 15.30 Uhr)
Wie bläut Trainer Karl-Heinz Stempfle seinen Jungs ein, dass mit der klaren Niederlage und dem schwachen Aufteritt am Mittwoch in Ichenhausen nichts verloren ist? Der SCB-Coach probiert’s mit Ruhe. Die Spieler sollen erst mal „die Köpfe freikriegen“ und sich dann wirklich voll auf das Heimspiel konzentrieren. „Wir werden uns schon früher als sonst treffen und alles ansprechen, was wichtig ist“, sagt Stempfle. Das 0:3 im Derby gehört nicht mehr dazu, denn: „Das weiß jeder, dass wir da Mist gespielt haben.“
Personell sieht’s gut aus beim Spitzenreiter, der ja „nur“ zweimal gewinnen muss, um den Titel zu holen. Firat Pireci, neben Michael Wende einziger Angreifer im Kader, hat sich nach seinem Muskelfaserriss überraschend schnell fit gemeldet. Ebenfalls am Start sein wird Micael da Silva Malheiro: Er war ein paar Tage in Portugal, wo er sich zur Musterung vorstellen musste. Stempfle weiß natürlich, um wie viel es geht und er sagt auch klipp und klar: „Wir wollen alle das große Ziel schaffen und deshalb ist es unsere Pflicht, zu gewinnen.“
Drei Siege in fünf Spielen hatte Peter Krzyzanowski vor wenigen Wochen als Maßgabe für den VfR Neuburg ausgegeben, um den Klassenerhalt zu schaffen. Kurz darauf wurde er entlassen und durch Naz Seitle ersetzt. Mit ihm holten die Lilaweißen vergangene Woche immerhin einen Sieg gegen Lechhausen, um dann jedoch ein bitteres 2:5 gegen Glött zu kassieren und erneut auf einen Abstiegsplatz zu rutschen. Zwei Spieltage vor dem Saisonende wagt sich nun Seitle an eine Prognose. „Um eine gute Chance auf den Klassenerhalt zu haben, bräuchten wir jetzt noch vier Punkte“, rechnet Seitle vor. Seitle sieht seine Mannschaft nicht chancenlos gegen den großen Favoriten. „Im Hinspiel haben wir lange Zeit auf Augenhöhe mitgespielt. An einem guten Tag können wir Bubesheim vielleicht überraschen und zumindest einen Punkt holen“, erklärt VfR-Trainer Seitle. Es wäre der erste Teil seiner „Zwei Spiele, vier Punkte“-Rechnung“. Der zweite, also ein Sieg, müsste dann am letzten Spieltag gegen Tabellennachbar Ettenbeuren folgen – zumindest keine unlösbare Aufgabe.


Christian Pessinger (vorne) will kommende Saison mit dem TSV Meitingen große Sprünge machen. F.: K. Tautz

TSV Meitingen – BCA Oberhausen (Sa, 15.30 Uhr)
„Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht hinten raus unsere Saison kaputtmachen.“ Ali Dabestani, der Spielertrainer des TSV Meitingen, klagt vor dem Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellen-Neunten und dem Tabellen-Achten BCA Oberhausen über Personalsorgen. Doch auch sein Kollege Marco Löring hat Ausfälle zu beklagen.
Im Gegensatz zum Coach der Augsburger kann Ali Dabestani auf einen eigenen, gut bestückten Talentschuppen zurückgreifen. Die A-Junioren Andi Kratzer und Patrick Wagner werden wieder im Aufgebot stehen. Nach seinem Muskelfaserriss kehrt Clemens Schneider zumindestens auf die Bank zurück. „Wir wollen uns im letzten Heimspiel ordentlich von unseren Zuschauern verabschieden, die uns immer unterstützt haben“, sagt Dabestani. Um derartige Personalengpässe in der kommenden Saison zu vermeiden, hat man zwei weitere Neuzugänge verpflichtet. Nach Wolfgang Kiss (SV Thierhaupten) werden künftig auch Mathias Prömel, 32, und Christian Pessinger, 24, für die Schwarz-Weißen die Stiefel schnüren. Prömel war lange Jahre Kapitän des SC Biberbach, musste zuletzt wegen eines Kreuzbandrisses pausieren. Der Ex-Biberbacher Pessinger, der in Meitingen schon bei den A-Junioren in der Bezirksoberliga gespielt hat, kommt vom Nord-Kreisklassisten TSV Pfaffenhofen. „Dadurch erhöht sich der Konkurrenzkampf innerhalb der mannschaft“, freut sich Ali Dabestani schon auf die kommenden Saison, die am Wochenende 27./28. Juli beginnen wird.

SV Ettenbeuren – TSV Wemding (Sa, 15.30 Uhr)
Das ständige Auf und Ab zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison des SV Ettenbeuren. Und es geht auch nach dem Trainerwechsel von Mark Hugel auf Christian Streitel weiter. Ein deutlicher Sieg steht zwischen zwei klaren Niederlagen. Wenn man so will, wäre jetzt wieder ein Heimsieg fällig. Und er wäre dringend nötig, denn zwei Spieltage vor Saisonende steht der SVE auf dem vorletzten Platz.
Wemdings Spartenleiter Manfred Spenninger ist angesichts der personellen Lage beim TSV nicht sehr zuversichtlich: „Wir gehen auf dem Zahnfleisch.“ Erst vor einigen Wochen – an Ostern – trafen sich beide Teams in Wemding. Damals trumpften die Kammeltaler groß mit 4:1 auf. „Da ist noch eine Rechnung offen“, meint dazu Coach Thomas Vierke. Das Ziel aus Wemdinger Sicht ist somit, die insgesamt gute Saison möglichst ansprechend ausklingen zu lassen.

FC Donauwörth – TSV Burgau (Sa, 15.30 Uhr)
Nach einer extrem schwachen Rückrunde rutschte der TSV Burgau noch mitten in den Abstiegssumpf. Die Auswärtsbilanz des TSV nach der Winterpause sieht ebenfalls bitter aus (nur vier Punkte in sieben Begegnungen). Ein Grund für die schlechte Rückrunde sind die zahlreichen verletzten Spieler. Unter anderem fehlt seit Monaten Sven Müller. Auch Artur Germoni, der in der vergangenen Saison und auch in der Vorrunde ein extrem wichtiger Mittelfeldakteur war, fehlt wegen einer Knieverletzung. Einzig Torwart Florian Benke zeigte in den vergangenen Wochen gute Leistungen. Auf den Keeper müssen sich die Markgräfler in Donauwörth wieder verlassen.
Auch wenn es für Donauwörth um nichts mehr geht, die gute Heimbilanz in dieser Saison will man weiter ausbauen. Dass die Spieler mit den Köpfen noch nicht in der Sommerpause sind, zeigten auch die Leistungen aus den vergangenen Spielen: Nach drei Siegen in Serie und einem Torverhältnis von 10:3 steht der FC wieder auf Platz vier. Auch gegen Burgau ist die Kovacec-Elf in der Favoritenrolle – und kann mit einem Erfolg auch Schützenhilfe für den diesmal spielfreien Nachbarn SV Donaumünster leisten.

Fieberkurve


TSV Dinkelscherben – SpVgg Wiesenbach (Sa, 15.30 Uhr)
Kollektives Aufatmen rund um den Kaiserberg. „Endlich ist der Druck weg“, freut sich beispielsweise Trainer Herbert Wiest, nachdem nun feststeht, dass der TSV Dinkelscherben auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga um Punkte kämpfen darf. Beseitigt hat die letzten Zweifel am Klassenerhalt der 2:0-Sieg zuletzt in Lechhausen. Schlechtestenfalls schließt der TSV die Saison als Dreizehnter ab. Während die Spieler die leidgeprüften Fans mit einer starken Leistung in der letzten Heimpartie versöhnen wollen, arbeitet die Abteilungsleitung unter Hochdruck daran, den Kader für die nächste Meisterschaftsrunde zusammenzustellen.
Fest steht, dass nicht nur Herbert Wiest den Verein verlassen wird. Während der Chefcoach künftig den Süd-Bezirksligisten Türkspor Augsburg trainiert, hat sein stürmender Filius Florian dem Bayernligisten TSV Schwabmünchen die Zusage gegeben. Sebi Hofmiller, ebenfalls Angreifer, wechselt zum aufstiegsambitionierten Nord-Bezirksligisten SC Ichenhausen. Die Routiniers Stefan Kauer, Albert Erlenbaur und Reinhold Reiter beenden ihre Karriere, bleiben dem TSV Dinkelscherben aber in anderen Funktionen erhalten. Kauer nimmt sich als Trainer der Zweiten (A-Klasse Nordwest ) an, Erlenbaur wird Assistent des Wiest-Nachfolgers Michael Finkel, und Reiter unterstützt die sportliche Leitung als Scout.
Zum Thema Zugänge schweigt sich Abteilungsleiter Martin Mehr noch aus. „Wir führen intensive Gespräche, stehen unmittelbar vor Abschlüssen“, sagt der Spartenchef und räumt ein, „dass wir einige Lücken schließen müssen“. Dazu sollen auch Eigengewächse beitragen. Unter anderem werden aus dem Dinkelscherber Nachwuchs Abwehrspieler Maximilian Gschwilm und Stürmer Thomas Kubina in den Bezirksliga-Kader aufrücken.
Bei der SpVgg Wiesenbach sind auf dem Weg zu einem Erfolg auf dem Kaiserberg eine Menge Arbeit und Kampfgeist von den Spielern gefordert. Zudem muss laut Vereinschef Leopold Müller „jeder Spieler sein gesamtes Leistungsvermögen und Können abrufen“. Seiner Ansicht nach wird es auf die Tagesform ankommen, ob man dort gewinnen kann.


Der Ichenhauser Alexander Lammer bejubelt im Derby gegen Bubesheim seinen Treffer zum 3:0-Endstand und hält den SCI damit im Aufstiegsrennen. F.: E. Mayer

TSV Rain/Lech II – SC Ichenhausen (Sa, 16.15 Uhr)
Eine taktisch sehr starke Vorstellung gezeigt hat der SC Ichenhausen beim 3:0-Sieg über Tabellenführer SC Bubesheim. Beim Spiel der Königsblauen in Rain ist wieder eine konzentrierte Leistung nötig. Die U23 des Regionalligisten ist mit technisch und taktisch sehr gut ausgebildeten Akteuren bestückt. Sechs Punkte wollen die Königsblauen noch holen. Sollte dieses Unterfangen gelingen, ist bei einem Ausrutscher des SC Bubesheim der Meistertitel, auf jeden Fall aber der zweite Platz drin. Ob Christian Weiller von Anfang an mitmachen kann, ist noch nicht sicher. Der Mittelfeldmann laboriert an einer Oberschenkelverletzung.
Das Hinspiel verlor der TSV Rain II am Ostermontag etwas zu hoch mit 1:4. Dabei spielten die Rainer vornehmlich in der ersten Halbzeit gut mit und glichen sogar den 0:1-Rückstand durch Niko Schröttle kurz nach der Pause aus. Im letzten Heimspiel der Saison wollten die Rainer aber noch einmal alles geben und den SCI fordern. Ob es dann zu einem Sieg reicht, ist eine andere Geschichte.


Lukas Drechsler und der TSV Neusäß wollen sich gegen Lechhausen nochmals reinlegen. Foto: Andreas Lode

TSV Neusäß – DJK Lechhausen (Fr, 18.30 Uhr)
Der Anhang des TSV Neusäß ist traditionell recht übersichtlich. Mehr als 100 Zuseher kommen selten zu Heimspielen ins Fußballstadion am Lohwald. Am Samstag hätten sich voraussichtlich nicht einmal die üblichen Verdächtigen eingefunden. Gründe: Die DJK Lechhausen als Schlusslicht der Bezirksliga Nord ist kein Zugpferd und - das wiegt erheblich schwerer - Bundesligist FC Augsburg schlägt zeitgleich zu Hause gegen Fürth die womöglich entscheidende Schlacht um den Klassenverbleib. Deshalb hat sich die sportliche Leitung um eine Verlegung bemüht - und von Spielleiter Johann Wagner das Okay bekommen. Die Partie gegen den Letzten wird mit dessen Einverständnis bereits am Freitag angepfiffen. Möglich war die Neuterminierung am vorletzten Spieltag nur, weil das Duell der regionalen Rivalen ausschließlich statistischen Wert hat. Schon seit geraumer Zeit steht fest, dass die DJK den bitteren Gang nach unten in die Kreisliga antreten muss und für den TSV der Weg nach oben in die Landesliga verstellt ist.Trotz der fehlenden sportlichen Bedeutung werden die Kontrahenten aber nicht ohne Biss zu Werke gehen. Schon im erst kürzlich ausgetragenen Hinspiel war zu erkennen, dass Lechhausen - obwohl in schier aussichtsloser Lage - alles in die Waagschale warf, sich am Ende nur denkbar knapp mit 1:2 geschlagen geben musste. Und auch die Truppe von Stefan Schmid mobilisierte - sehr zum Leidwesen ihrer Gegner - nach dem Aus im Kampf um die beiden Top-Plätze weiter die letzten Reserven.