In der sanften Abendsonne sitzend, schauten die Profis des MSV Duisburg erhaben auf der Terrasse des Trainingszentrums den Kollegen aus der Zweiten beim Kicken zu. Was sie dort unter Aufsicht von Trainer Oliver Reck lernen konnten: So kommt man nach einer Auftaktniederlage wieder! Der Meidericher Fußball-Regionalligist gewann seine Heimpremiere in der neuen Klasse mit 2:0 (1:0) gegen den VfB Hüls.
Vor knapp 300 Zuschauern beulte die Elf von Trainer Manfred Wölpper die Delle aus, die das 0:2 zum Saisonauftakt am vergangenen Samstag in Bergisch-Gladbach geschlagen hatte. Wölpper stellt dann in seiner Analyse heraus: "Es war gut und wichtig, dass wir einen kompletten Fehlstart verhindern konnten."
Den Profis fiel es beim Zuschauen leicht, den Überblick zu behalten. Reck hatte reichlich Personal in die vierte Klasse geschickt. Dustin Bomheuer gab einen soliden Innenverteidiger und wusste auf der Position Stephan Hennen an seiner Seite. Vor der Abwehr fegte Tanju Öztürk als Sechser und im Sturm rannte Flamur Kastrati. Bester Mann aber war ein Spieler, der einst bei den Profis mittrainierte und im Lauf der vergangenen Saison als nicht einmal gut genug für die Zweite befunden wurde. Burakcan Kunt lenkte als zweiter Sechser die Offensive.
In der 16. Minute stellte er mit einem Ball durch die Viererkette des Gegners den Norweger Kastrati sehenswert ins Rampenlicht. Der Stürmer blieb cool und traf mit links flach zum 1:0. Wenig später hätte Norweger sich unter den Augen des Cheftrainers für höhere Aufgaben bewerben können. Von Karimow freigespielt, vergeigte er freilich sein Solo mit einem Schuss deutlich übers Tor. Nach einer Stunde war sein Dienst getan.
Fürs Ballwegschießen hatte Kastrati in der ersten Halbzeit Gelb gesehen. Nach der Pause wollte er sich mit einem Abseitspfiff nicht einverstanden erklären. Der Schiedsrichter sprach streng, der Coach handelte sofort. Stürmer Christopher Mandiangu kam für den Mann, der am Rande des Platzverweises taumelte. Der Coach bewies damit eine glückliche Hand. Erst hatte Daniel Somuah eine klare Chance leichtfertig ausgelassen. Während man sich noch ärgern wollte, ging Neuzugang Mandiangu hart in einen Zweikampf direkt an der Hülser Strafraumgrenze, eroberte den Ball und drosch nach zwei knappen Schritten eiskalt ins kurze Eck.
Den Rest des Abends konnten die Zuschauer entspannt die Dämmerung über Meiderich herbeisehnen. Hüls, das als einzige Chance einen Pfostenschuss vom eingewechselten Pavolovic vorweisen konnten, arbeitete sich redlich, aber völlig vergeblich an der professionell sortieren MSV-Defensive ab. Das wird den kompletten MSV-Vorstand gefreut haben, der sich auf dem Stehplatz am Seitenrand anschaute, wie ein Zebra siegt.