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Interview

Erich Vogl im Brennpunkt

Mittelfeldspieler des FC Bad Kötzting steht Rede und Antwort

von Thomas Seidl · 02.02.2010, 09:51 Uhr · 0 Leser
Erich Vogl (22) spielt seit Sommer 2008 beim Bayernligisten FC Bad Kötzting und hat dort schon einiges erlebt. Das Fußball-ABC hat der technisch versierte Rechtsfuß bei der SpVgg Ruhmannsfelden gelernt und dort auch sämtliche Teams bis hin zur ersten Herrenmannschaft durchlaufen. In seiner Jugendzeit trug Vogl auch die Kapitänsbinde bei den B- und A-Junioren, die damals in der Bayernliga um Punkte und Tore kämpften. Aufgrund seiner ansprechenden Leistungen im Seniorenbereich wurde dann der FC Bad Kötzting auf ihn aufmerksam. Im Gespräch mit Fupa spricht Vogl über seinen alten Verein, die Situation in Kötzting, die dortigen Perspektiven und natürlich auch über seinen weiteren Weg.

FuPa: Erich, mittlerweile spielst Du eineinhalb Jahre beim FC Bad Kötzting und hast dort schon einiges mitgemacht. Was kann man nach der rabenschwarzen Herbstrunde in den restlichen Spielen von Euch erwarten?


Vogl: Ich denke das wir schon gegen Ende der Vorrunde mit teils guten Leistungen, u.a einem 3:3 beim Tabellenzweiten TSV Rain/Lech gezeigt haben, dass wir uns noch nicht aufgegeben haben und der Charakter der Mannschaft stimmt. Wir wollen in der Rückrunde nochmal alles geben und versuchen noch so viele Punkte wie möglich zu holen. Aber natürlich bleiben wir nach wie vor realistisch, denn wen man auf die Tabelle schaut wird der Nichtabstieg wohl kaum mehr zu vermeiden sein.


FuPa: Mit Hans Kuchler hast du ja bereits Deinen vierten Coach beim FCK. Jeder Trainer hat ja andere Ansichten und Auffassungen, kann man sich Deiner Meinung nach da als junger Spieler eigentlich richtig entwickeln, wenn man alle paar Monate einen neuen Coach vorgesetzt bekommt?


Vogl: Natürlich ist es keine einfache Situation, wenn der Trainer so oft wechselt wie bei uns in den letzten 18 Monaten, weil das oft auch mit Systemumstellungen usw. verbunden ist. Aber es ist immer eine Entscheidung der Vereinsverantwortlichen, auf die man als Spieler sowieso keinen Einfluss hat, deshalb mache ich mir persönlich darüber nicht all zu viele Gedanken. Ich glaube das Wichtigste für einen jungen Spieler sich weiter zu entwickeln ist, dass er in seinem Verein regelmäßig zum Einsatz kommt und einfach die Zeit bekommt sich zu entwickeln.


FuPa: Der Verein trennte sich ja in der Winterpause von gestandenen Spielern wie Tomas Peterik und Stefan Köck, dies hatte sicherlich auch wirtschaftliche Gründe. Mit Andy Brunner, Christoph Ranzinger und Andreas Vilsmeier sind aber Spieler gewechselt, die der Club sicher gerne gehalten hätte. Wie ist die Stimmung in der Mannschaft und redet ihr untereinander eigentlich auch, wie es bei einen möglichen Abstieg sportlich beim FC Bad Kötzting weitergeht und wie siehst Du eigentlich die Perspektiven dort?


Vogl: Die Stimmung in der Mannschaft ist trotz der Abgänge in der Winterpause und des letzten Tabellenplatzes ganz gut. Wir sind ja jetzt seit knapp zwei Wochen in der Vorbereitung auf die Rückrunde und bis jetzt ziehen alle Spieler voll mit. Unser tschechischer Neuzugang Jan Kotab hat bisher einen guten Eindruck hinterlassen und auch die vielen Verletzten und angeschlagenen Spieler sind wieder voll einsatzfähig. Auch unsere beiden Testspiele, 1:5 gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg und 3:3 gegen die SpVgg Weiden waren in Ordnung. Bei einem Abstieg werden die Verantwortlichen sicher alles daran setzen eine schlagkräftige Landesligamannschaft auf die Beine zu stellen.


FuPa: Du selber hattest ja bisher sicher keine einfache Zeit in Bad Kötzting und musstest Dich auch immer wieder mit Verletzungen herumschlagen. Immerhin hast du es aber bereits auf einige Spiele in der Startelf gebracht. Bist Du bisher mit Deiner persönlichen Bilanz zufrieden und wie groß ist eigentlich der Sprung von der Bezirksoberliga in die Bayernliga aus der Sicht eines Spielers zu bewerten?


Vogl: Naja, zufrieden sollte man als Spieler nie sein, ich will natürlich so oft spielen wie möglich. Aber wie du schon sagtest, hatte ich immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, was mich sicher einige Bayernligaspiele kostete. Unter anderem konnte ich wegen eines doppelten Bänderrisses in der Rückrunde der letzten Saison nur vier Spiele bestreiten. Die Vorrunde der laufenden Saison konnte ich jetzt komplett ohne Verletzungen durchspielen, so dass ich bereits in der Vorrunde 17 Spiele machen könnte, womit ich eigentlich ganz zufrieden sein kann. Der Sprung von der Bezirksoberliga in die Bayernliga ist meiner Meinung nach schon ein Großer. Es geht alles viel schneller und jeder kleine Fehler, wird vor allem von den Top-Teams der Liga sofort bestraft.


FuPa: Ein Blick zu Deinen Heimatverein SpVgg Ruhmannsfelden, dem Du ja immer noch sehr stark verbunden bist. Die Mannschaft war ja letzte Saison monatelang Spitzenreiter in der Bezirksoberliga und wurde praktisch erst kurz vor der Ziellinie vom TV Schierling abgefangen und scheiterte dann in der Relegation. In der aktuellen Spielrunde ist nach einer Negativserie im Spätherbst das Punktepolster zur Abstiegszone nur mehr gering. Was kann man von Deinen ehemaligen Mannschaftskameraden im Frühjahr erwarten?


Vogl: Ich glaube, dass es für die Mannschaft sehr schwierig war nach dem verlorenem Relegationsspiel und einer kurzen Sommerpause sofort wieder an die gute Form der Vorsaison anzuknüpfen. Hinzu kamen dann auch einige Verletzungen von Leistungsträgern, die auf Dauer nicht kompensiert werden konnten und auch das nötige Glück fehlte ab und zu. Jedoch bin ich mir sicher, dass die Mannschaft in der Rückrunde die unteren Ränge schnell wieder verlassen wird, wenn sie ihr vorhandenes Potenzial abruft und dann auch mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Die ansteigende Form haben sie bereits in der Halle mit dem Gewinn der Landkreismeisterschaft und einem dritten Platz bei der Bayerwaldmeisterschaft angedeutet.


FuPa: In Ruhmannsfelden liebäugelte man angeblich mit einer Rückkehr von Dir in die Winterpause. Hast Du dir über einen Wechsel Gedanken gemacht und wie siehst Du selbst Deine sportliche Zukunft!?


Vogl: Gedanken hab ich mir schon gemacht, weil die Spvgg mein Heimatverein ist, aber dennoch war ein Wechsel für mich in der Winterpause kein Thema. Ich habe den Verantwortlichen des 1. FC Bad Kötzting mein Wort gegeben für die Rückrunde und das halte ich auch. Ich möchte mich jetzt voll auf die Rückrunde konzentrieren und dort gute Leistungen bringen. Meiner sportlichen Zukunft sehe ich ganz positiv entgegen, zum einen denke ich das ich in der Vorrunde gezeigt habe, auch in dieser Klasse gute Leistungen bringen zu können und zum anderen bin ich durch meinen Berufswechsel wesentlich flexibler als vorher. Grundsätzlich möchte ich natürlich so hoch wie möglich spielen, in welcher Spielklasse wird sich dann zeigen.