
Pfeddersheim. Der VfR Wormatia Worms hat ein neues Sturmduo. Zwar hat es mit einer passenden Neuverpflichtung bislang nicht geklappt. Fürs Heimspiel der Fußball-Regionalliga gegen den Bahlinger SC überraschte Trainer Sascha Eller aber mit einem neuen Partner für Sturmführer Florian Treske und beorderte Benjamin Himmel kurzerhand als hängende Spitze nach vorne. Das Ergebnis: Himmel selbst ließ am Dienstagabend zwar zwei prima Chancen liegen. Beim 2:0 (1:0)-Sieg wog dies aber nicht ganz so schwer.
,,Wenn ich mich an die Position gewöhnt habe, klappt es sicher auch mit den Toren", konnte Himmel nach dem Spiel mit der Erinnerung an seine beiden Möglichkeiten ganz gut umgehen. Sicher, ,,ich kann zwei Dinger machen". Insgesamt wertete er sein Sturmdebüt aber als ,,ganz ordentlich". Entscheidend sei letztlich der Sieg. Und zu dem hatte er einen guten Teil beigetragen. ,,Wir haben wieder höher gestanden, viel Druck gemacht", analysierte er - und unterstreicht: ,,Das liegt uns mehr."
Um besagten Druck aufzubauen, bedurfte es speziell von der Angriffsreihe, neben Treske und Himmel noch die offensiven Außen Enis Saiti und Kevin Lahn, einer enormen Laufbereitschaft. Und weil Himmel genau diese mitbringt, fiel auch die Wahl auf den eigentlichen Defensivmann. ,,Er ist einer, der viel marschiert", benannte etwa Florian Treske die Vorzüge des Blondschopfes: ,,Das ist eine Qualität, die wir brauchen." Leider habe sich Himmel für seinen Aufwand nicht mit einem Tor belohnt.
Auch Sascha Eller konnte diesen Punkt allerdings verschmerzen. Schließlich war der erste Saison-Dreier ja gelungen. ,,Die Jungs hatten eine hohe läuferische Frequenz", hob er hervor - und lobte damit die gesamte Mannschaft: ,,Die Jungs haben gezeigt, dass sie die Punkte unbedingt haben wollen." Zwar hätten die Bahlinger mit ihrem extremen Pressing in der Anfangsphase überrascht und sich insgesamt auch gut verkauft: ,,Das ist keine leichte Mannschaft." Letztlich war es seiner Truppe doch aber zügig gelungen, sich gegen den Aufsteiger vom Druck zu befreien. Torchancen und natürlich die Treffer durch Florian Treske (26.) und Kevin Lahn (55.) waren die logische Folge.
Sein Sturmduo? Erleichtert zeigte sich Eller zunächst mal, dass sein Kapitän getroffen hatte: ,,Das ist für ,Flo' enorm wichtig." Zudem hatte dieser ja das zweite Tor noch aufgelegt. Und dass Enis Saiti beide Szenen auch noch eingeleitet hatte, machte den Sahnetag der Wormatia-Offensive perfekt. Mit Blick auf Benjamin Himmel begründete Eller seine taktische Variante mit den Qualitäten des 24-Jährigen: ,,Er kann die Bälle vorne festmachen, ist läuferisch stark und deshalb jemand, der den Gegner bearbeiten kann." Das Konzept sei gegen Bahlingen in jedem Fall aufgegangen.
Auf eine dauerhafte Lösung in dieser Formation mochte sich der VfR-Coach gleichwohl nicht festlegen. Für ihn bleibt speziell die Flexibilität wichtig. Wenn etwa wie am nächsten Samstag mit dem KSV Hessen Kassel ein Gegner mit ganz anderem Kaliber ins Haus steht, dann sei auch ein Wechsel zur Fünferkette in der Abwehr wieder möglich. Dem am Dienstag noch stürmenden Benjamin Himmel würde dann wieder eine defensivere Rolle zufallen.