
Von einer „Momentaufnahme“ spricht Volker Weingartner, der Präsident des BC Aichach. Nach dem 3:0-Sieg gegen den VfB Eichstätt ist seine Mannschaft auf den vierten Tabellenplatz vorgerückt. Das ist die Voraussetzung, um die Regelationsspiele zur höheren Spielklasse zu bestreiten. Allerdings möchte Weingartner den Tabellenplatz nicht überbewerten. „Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen“, sagt er. Aber er rechnet auch vor, dass Aichach sogar auf den dritten Platz klettern könnte, wenn die Mannschaft das nächste Spiel gegen Rosenheim am Donnerstag gewinnt.
Die überraschende Nachricht von Freitag, dass die SpVgg Landshut ihren Lizenzantrag zurückgezogen hat, spielt für den Präsidenten dabei keine Rolle. Wie berichtet hatte Landhuts Vorsitzender Manfred Maier die Entscheidung mit der fehlenden finanziellen Grundlage seines Vereins begründet. Damit ist der BCA nun als einziges Team im Kampf um den Relegationsplatz verblieben. „Für uns hat sich die Situation aber nicht verändert. Landshut lässt uns jetzt nicht gewinnen“, sagt Weingartner. Der BCA muss weiterhin mindestens Vierter werden, um sich die Teilnahme an den Relegationsspielen zu sichern.
Weingartner sagt sogar, dass die Berichterstattung über Landshuts Verzicht für die Aichacher von Nachteil war, weil sie den Druck erhöht habe. „Psychologisch haben wir eine schlechte Karte gezogen.“ Zudem könne er die Entscheidung der Vereinsführung nicht nachvollziehen. Landshut verfüge über ein drittligataugliches Stadion und die Ausgaben zum Beispiel für Fahrten seien in der Regionalliga zwar etwas höher, aber durchaus finanzierbar. Der BCA sei jedenfalls für einen möglichen Aufstieg gerüstet. Im vergangenen Jahr hatten sich die Aichacher in der Relegation zwar gut verkauft, aber am Ende reichte es nicht für die Regionalliga. „In diesem Jahr ist die Mannschaft noch homogener und hat noch mehr Charisma“, sagt Weingartner. Zudem seien die Spieler einfach gut drauf.
Aindlings Florian Wegner machte beim 0:2 gegen Burghausen keine gute Figur. F.: Appel
Beim TSV Aindling ist die Stimmung nach dem Wochenende im Keller. Beim Double des TSV Aindling am Sonntag in Burghausen war der Spaßfaktor gering. Erst verloren die Männer in der Bayernliga mit 0:2, dann die A-Junioren mit 1:2. Nimmt man noch die 1:4-Schlappe der „Zweiten“ in Mühlried dazu, dann war das ein schwarzer Sonntag. Am Mittwoch gegen Eichstätt ohne Punkt und ohne Tor, am Sonntag in Burghausen das Gleiche: Damit hat sich die Lage für das Team eins deutlich verschlechtert. Trainer Roland Bahl nennt für den Leistungsabfall eine Erklärung: „Man sieht, dass der eine oder andere läuferisch am Zahnfleisch daherkommt.“ In der Schlussphase einer Saison wird oft darüber spekuliert, ob Teams, die in Sicherheit sind, weniger engagiert zu Werke gehen. Bahl hat davon nichts gespürt bei den Wackerianern. „In der zweiten Halbzeit hat man schon gesehen, dass die Mannschaft das Spiel drehen will. Wir haben kaum mehr was zugelassen.“ Beim 2:0 spekulierten die Gäste auf Abseits, doch Florian Wenger erkannte die Situation zu spät, sodass der Treffer Anerkennung fand.
Bis zum Freitag muss die Aindlinger Mannschaft sich regenerieren. Bahl: „Wir trainieren am Dienstag und am Donnerstag. Der Schwerpunkt liegt auf Erholen. Ich muss die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Sie muss alles unternehmen, dass wir am Freitag gewinnen.“
So bedeutsam die Bayernliga für den Verein auch sein mag, Roland Bahl richtet sein Augenmerk nicht nur darauf: „Ich muss einmal eine Lanze für den Macco Hoffmann brechen.“ Der fungierte am Sonntag als sein Assistent, ansonsten kümmert sich Hoffmann um die Zweite. Dort ist der Spielermangel dermaßen akut, dass der Trainer in vielen Gesprächen und Telefonaten versuchen muss, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Was nach dem letzten Spieltag von großer Bedeutung werden könnte, das ist die Regelung, der zufolge diesmal bei Punktgleichheit der direkte Vergleich den Ausschlag gibt. Das heißt konkret: Über die Platzierung werden die beiden Resultate aus dem Aufeinandertreffen der Mannschaften entscheiden. Hier sieht es für Aindling gar nicht schlecht aus. Gersthofen ist im Nachteil, ebenso Deggendorf, Kottern und Fürstenfeldbruck.
Überall laufen die Gespräche für die Personalplanung in Richtung Saison 2013/14. Am vergangenen Mittwoch kreuzte in Aindling ein Beobachter aus Ulm auf. Dabei hat sich kaum ein TSV-Kicker für einen Wechsel zu den „Spatzen“ aufgedrängt. Dennoch ist davon auszugehen, dass gerade die jungen Akteure in den Fokus anderer Klubs geraten sind.
Im Spiel gegen Kottern befreiten sich die Affinger mit Arthur Vogel (hinten) von ihren Abstiegssorgen. F. Appel
Mehr Grund zur Freude als in Aindling herrscht beim FC Affing. Mit dem 1:0-Sieg im Heimspiel gegen Kottern befreite sich die Mannschaft von ihren Abstiegssorgen. Trainer Stefan Tutschka sagt: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.“ Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass Affing rein rechnerisch immer noch Deggendorf im Nacken hat. Dazu müssten die Niederbayern aber alle Spiele gewinnen und Affing alle verlieren. „Aber das werden wir hoffentlich nicht“, sagt Tutschka.
Der Sieg gegen Kottern sei verdient gewesen, das Spiel allerdings nicht schön. Zudem ließ Affing Federn. In der zwölften Minute musste Armin Failer verletzt ausgewechselt werden und in der 48. dann auch noch Maximilian Fiedler. Wie es mit seinem Einsatz in den letzten Spielen der Saison aussieht, ist ungewiss. Ein schwerer Schlag, weil Affings Verletztenliste sowieso schon lang ist. Zudem mache sich die zusätzliche Belastung durch die Nachholspiele bemerkbar. „Man hat beim Spiel gemerkt, dass da oft keine Dynamik mehr da war.“
Dennoch hofft Tutschka, dass seine Spieler nun bei den kommenden Partien befreiter spielen. Der Druck sei in der vergangenen Zeit enorm gestiegen. Umso mehr bewundert er den Kampfgeist der Spieler. „Der Wille war entscheidend.“ Zudem lässt Tutschka die Tabelle nicht aus den Augen. Die Mannschaften auf den einstelligen Plätzen liegen teilweise nur mit zwei Punkten vor Affing. „Wenn wir einen dieser Plätze auch noch erreichen, dann wäre das eine beachtliche Leistung.“