Schon früh führte sie die Spielweise der Löwen am Samstag auf die Siegerstraße. In der vierten MInute kam eine sehenswerte Vorlage von Gabriel Gallus per Hacke zu Ricky Pinheiro, der zur Führung für die Nordhessen traf. Überhaupt erwischte Gallus einen guten Tag - eine Großchance von ihm konnte nach zehn Ninuten noch vereitelt werden, doch in der 18. Spielminute machte er es besser. Beim 2:0 blieb es dann auch bis zur Pause. Im zweiten Durchgang erhöhte Sebastian Schmeer in der 68. zum 3:0. Carl Zeiss Jena zeigte sich bemüht, konnte gegen die starken Löwen an diesem Tag jedoch keinen Stich landen. Kassels Trainer Uwe Wolf ließ ungewohnterweise mit zwei Stürmern spielen.
Der klare Sieg reiht sich in ein paar erfolgreiche Wochen für den KSV ein. Es begann alles mit dem Turniersieg beim SunExpress Cup, der - da im Fernsehen ausgestrahlt - für Furore, zumindest aber für Optimismus sorgte. Häufig fiel an jenem 6. Januar der Name "Benjamin Trümner". Der 17-jährige Mittelfeldspieler integrierte sich bestens in den Regionalliga-Kader und sammelte mit seinem Siegtreffer beim 2:1 im Halbfinale gegen die Offenbacher Kickers bereits ordentlich Sympathiepunkte. Am 11. Januar erfolgte dann das erste "echte" Testspiel. Bei der 0:1-Niederlage des KSV bei der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach gab Uwe Wolf zunächst einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance, wobei die Gladbacher ihr Tor schossen, als die "erste Elf" der Löwen auf dem Platz stand. Eine knappe Niederlage, ein verschossener Elfmeter, aber alles in allem ein Spiel, auf dem man aufbauen konnte.
So geschehen eine Woche später: beim 3:2-Sieg über Hessenligist Eintracht Stadtallendorf wurde bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse gesorgt. Sebastian Schmeer traf zwei mal, Viktor Riske sorgte für den 3:0-Pausenstand. Die Platzverhältnisse waren an jenem Freitag Abend bereits arg winterlich und so dachten sich die Löwen wohl, bei eisiger Kälte ein paar Kräfte sparen zu können. So kamen die Stadtallendorfer noch bis auf 3:2 an den KSV heran. Was Uwe Wolf bei diesem Spiel sah, waren die Unkonzentriertheiten, die sich bei seiner Mannschaft auch in der Hinrunde schon mehrmals eingeschlichen hatten. Zwei Tage später sollten es die KSV-Spieler beim Drittligisten 1. FC Heidenheim besser machen, doch ging dies gründlich in die Hose. Heidenheim war schon wesentlich weiter in der Vorbereitung, begann deren Liga-Alltag schließlich schon wenige Tage später - der Ehrentreffer durch Pinheiro in der 79. Minute war da noch der einzige Trost.
Was drei Tage später, am 23. Januar folgte, war ein Testspiel, das diesem Ausdruck kaum gerecht wurde. Im Schneegestöber beim 1. FC Magdeburg gab es ein 0:0... eine Schneeballschlacht wäre womöglich produktiver gewesen. Für den Testkick auf Kunstrasen gegen den KSV Baunatal war zuvor fleißig geräumt worden, um technisch anspruchsvollen Fußball zumindest in Ansätzen bieten zu können. 4:1 gewannen die Löwen und profitierten dabei von ihrer Stärke bei Standardsituationen. Die Treffer landeten Andreas Mayer, Enrico Gaede, sowie zwei mal Sebastian Schmeer. Das Tauwetter ließ am 30.1. ein Spiel auf dem G-Platz zu, wo man die Reserve von Hannover 96 mit 1:0 (Christian Henel per Freistoß) bezwang. Auf das 3:0 gegen Jena wurde ja schon zu Beginn dieses Textes eingegangen. Am kommenden Samstag (9.2.) erfolgt dann der finale Test gegen den Tabellenneunten der Regionalliga Bayern, die Würzburger Kickers. Diese wiesen in der Saison 2012/13 bislang eine löchrige Abwehr, aber eine starke Offensive auf. Erfolgreichster Torschütze ist der 23-jährige Stürmer Christopher Bieber mit 12 Saisontreffern.Zu erwähnen ist auch Verteidiger Sebastian Sonnenberger mit 6 Toren. Verpflichtet wurde in der Winterpause mit Alban Ramaj ein Zweit- und Drittligaerfahrener Stürmer.
Das bisherige Fazit zur Vorbereitung des KSV: Es ist kein Bruch im Spiel der Löwen zu erkennen, auch kein Umsteigen auf ein anderes System - warum auch? Mit dem bisherigen, eher unspektakulären ist man bislang ja auch ganz gut gefahren und steht schließlich auf Tabellenplatz 2. Beim KSV konzentriert man sich auf ein Ausbauen der eigenen Stärken. Dies erklärt die Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers, war der KSV auf dieser Position doch bislang recht dünn besetzt. Im Sturm zeigt Sebastian Schmeer aufsteigende Form und auch Christian Henel wusste zu überzeugen, wenn ihm auch der absolute Torriecher fehlt. Uwe Wolf wird auf beide bauen können und müssen, fällt Tobias Damm doch noch eine Weile mit Pfeifferschem Drüsenfieber aus. Zu gelegentlichen Einsätzen und gelegentlichen Überraschungen könnte auch Kassels U18-Nationalspieler Benjamin Trümner kommen, der in den Testspielen bereits mehrfach als Vorbereiter glänzte. Da wächst was heran, sowohl an Talenten, als auch in Bezug auf die gesamte Mannschaft.









