
Budissa verweist auf die beste Tordifferenz aller Vereine aus der unteren Tabellenhälfte. Die drei hinter Bautzen rangierenden Mannschaften aus Halberstadt, Luckenwalde und Rathenow sind abgeschlagen. Der VfB Germania hat als Tabellenvierzehnter zehn Punkte Rückstand auf Budissa. Und trotzdem ist die Lage für die Mannschaft von Trainer Reimund Linkert äußerst prekär. Der Grund ist die Abstiegsregelung. Bis zu fünf Vereine könnte es im ungünstigsten Fall erwischen. Noch vor wenigen Wochen wurde ein entsprechender SZ-Artikel zu diesem Thema von einigen Spielern als Schwarzmalerei abgetan. Dennoch soll an dieser Stelle noch einmal die Brisanz der Situation erläutert werden.
Angenommen, der NOFV-Meister scheitert in der Relegation zur 3. Liga am Südwest-Vertreter, müssen die letzten beiden Teams absteigen. Die Zahl der Regionalliga-Absteiger erhöht sich mit jedem NOFV-Klub, der aus der 3. Liga absteigt. Derzeit steht der FC Energie Cottbus in der 3. Liga auf Abstiegsplatz 16, demzufolge würden die Budissen aktuell auf dem ersten Nichtabstiegsplatz der 4. Liga rangieren. Aber auch Erfurt und Rostock sind in der 3. Liga noch vom Abstieg bedroht. Erwischt es also einen zweiten NOFV-Verein in der dritthöchsten Spielklasse, würde auch der Viertletzte der Regionalliga – und das ist aktuell Bautzen – den Gang in die NOFV-Oberliga antreten müssen. Budissas Vizepräsident Gernot Kliesch: „Ein Abstieg wäre für den Verein katastrophal.“
So wird die Partie gegen die Meuselwitzer für die Budissen auch zur Charakterfrage. Nach der 1:2-Niederlage bei Viktoria Berlin hatte Reimund Linkert kritisiert: „Wir hatten schon Schwierigkeiten, elf Spieler aufzubieten, die hundertprozentig ihre Leistung abrufen. Und dann können wir auch von der Ersatzbank nicht wie erhofft nachlegen.“ Um nicht missverstanden zu werden, konkretisiert der Budissa-Coach: „Wir arbeiten viel und hart. Was wir dann aber in Berlin abgeliefert haben, war nicht das, was ich in der Trainingswoche gesehen hatte. Darüber haben wir in diesen Tagen geredet.“
An das Hinspiel dürfte vor allem Paul-Max Walther beste Erinnerungen haben. Budissas Torschütze vom Dienst hatte in Meuselwitz drei Treffer zum 4:0-Sieg der Bautzener beigesteuert. ZFC-Coach Heiko Weber nach dem Debakel: „Ein Spiel zu Hause mit 0:4 zu verlieren und auch noch zwei Rote Karten zu kassieren, das habe ich noch nie erlebt.“ Budissa war damals Tabellenachter, später sprachen viele vom „goldenen Fußball-Herbst“ der Bautzener.
Als Schiedsrichter fungiert Philipp Kutscher vom BSC Marzahn (Berlin). Der 25-Jährige leitet sein zehntes Viertligaspiel in dieser Saison.