
Der mannschaftliche Zusammenhalt scheint angewachsen wie selten zuvor. Ein Beispiel mag als Beleg für diese Aussage gelten. Sonntagabend im Sportheim Bella Vita: Nach dem 1:0-Erfolg über den Kissinger SC bilden die Fußballer eine Riesentafel und lassen so das Ende der Vorrunde ausklingen. Zuvor hatten sie im Stadion gemeinsam getanzt wie kleine Kinder, deren sämtliche Wünsche das Christkind erfüllt hat. Angreifer Alexander Lammer war in zivil dabei und gab die Kommandos. Künftig wird man den besten Torschützen wieder im Sportdress sehen, denn nun ist seine Rotsperre abgegolten.
Die sportliche Qualität der Truppe lässt sich noch an einem weiteren Detail ablesen. Der 21-Jährige Daniel Ritzer hatte bislang nur wenig Spielanteile in der laufenden Runde, weil die Angreifer Alexander Lammer oder Matthias Steger höher im Kurs stehen. Es war nicht schwer, Ritzer die Freude darüber anzusehen, dass er diesmal erste Wahl war. Er bedankte sich für das Vertrauen auf seine Weise: mit dem Tor des Tages. Matchwinner Ritzer machte an diesem Tag den Unterschied.
Nebenbei hübschte der TSV Aindling eine Bilanz auf: Am Sonntag blieb die Mannschaft erstmals seit dem 2:0 am 5. September in Fürstenfeldbruck ohne Gegentor. Sonst wäre diesmal nur ein Teilerfolg möglich gewesen.
Nicht vergessen sollte man nach dem Vorrundenfinale: Diesmal war nicht alles Gold, was glänzte. „Die 14 Tage Pause haben uns ein wenig aus dem Rhythmus gebracht“, bestätigte Josef Kigle und lobte die Kissinger: „Der Gegner hat gekämpft.“ Der Vorstand Spielbetrieb sah bei seiner Mannschaft im zweiten Durchgang eine Steigerung: „Da hat man gemerkt, dass die Mannschaft mehr Dampf macht.“ Mit dem Zwischenziel zeigte sich Kigle absolut einverstanden, er wirkte ausgeglichen. „33 Punkte – da können wir schon zufrieden sein.“ Dass der TSV Aindling den Titel des Herbstmeisters um Haaresbreite verfehlt hat, bekümmert den Funktionär nicht sonderlich. Ansonsten, so fürchtete Kigle, hätte das Umfeld vielleicht angenommen, die Bäume würde gleich in den Himmel wachsen. Begehrlichkeiten nach der Bayernliga könnten geweckt werden.
Am Freitag hatte Trainer Bahl vorab zur Geduld gemahnt. Damit lag er letztlich genau richtig. Der Kissinger SC ist bekannt dafür, dass er keine fußballerischen Feuerwerke abschießt, aber solide seine Aufgaben erledigt. Der Aufsteiger agiert eher defensiv und baut auf zwei engmaschige Viererketten. Diese Taktik mag die Zuschauer nicht gerade begeistern, hat sich aber schon des Öfteren als passend und erfolgreich erwiesen. „Solche Spiele muss man auch erst gewinnen“, sagte Bahl, den der Dreier im Landkreisderby sichtlich erfreute.