
Nach einer hervorragenden Rückserie 2011/12, als man sich mit zehn Siegen aus 14 Partien im Frühjahr von Platz 14 noch auf Platz drei katapultieren konnte, hielt der Höhenflug der Sechziger auch in der neuen Spielzeit an. Daran konnte auch der Trainerwechsel im Sommer nichts ändern. Marco Schmidt (36) war fortan neuer Dompteur der Sechziger und löste Matthias Pongratz (41) ab. Dennoch war der Saisonwechsel erneut ein Schritt ins Ungewisse. Wie würde sich die Mannschaft mit dem neuen Coach arrangieren? Die Antwort: das Team funktionierte optimal, kam ins Rollen und steht mit vier Punkten Vorsprung zur Winterpause ganz oben in der Bayernliga-Rangfolge. Der Vorsprung auf den ersten Relegationsplatz beträgt 17 Punkte. Inzwischen rechnet selbst die Konkurrenz nicht mehr mit dem Rosenheimer Absturz aus den Top-Neun. Die Direktqualifikation der Rosenheimer für die Regionalliga Bayern, für die man sich auch offiziell beim Verband beworben hat, scheint bereits zwölf Spiele vor Saisonende wasserdicht.
Die aktuelle Spielzeit ist die bisher erfolgreichste in der Rosenheimer Vereinsgeschichte. Großen Anteil daran hat der neue Coach Marco Schmidt, der seine Truppe vorzüglich einstellte. Die Südbayern funktionierten als Team beinahe optimal. Just mit der 0:3-Derbyniederlage beim Stadtrivalen SB DJK Rosenheim leistete sich die Schmidt-Elf ihren einzigen echten Ausrutscher und zeigte ansonsten eine beeindruckende Effizienz. Alleine acht Spiele gewann die Schmidt-Elf auf die ökonomische Art und Weise, mit 1:0. Wenn die Rosenheimer erst einmal in Führung lagen, dann war es schwer ihnen noch den Sieg streitig zu machen. "Es ist überzeugend gelaufen, die Mannschaft hat sehr gut funktioniert", frohlockt Schmidt vorm Frühjahrsauftakt. "Zudem haben wir aufgrund der Erfolge aus der alten Saison viel Selbstvertrauen getankt. So war bisher sehr schwer gegen uns ein Tor zu schießen", erläutert der Coach, der ansonsten nur noch dem unglücklichen 0:1-Pokalachtelfinal-Aus gegen Drittligist SSV Jahn Regensburg nachtrauern dürfte. Vor allem Spieler wie Michael Kokocinski und Markus Herberth sowie Tormann Robert Mayer waren die großen Stützen in der sattelfesten TSV-Defensive.
Wie geht es nun weiter beim Bayernliga-Spitzenreiter? Wer soll die Rosenheimer auf dem Sprung in die Regionalliga Bayern überhaupt noch aufhalten? "Wir haben natürlich noch Ziele", sagt Schmidt. Zunächst soll schnell die Marke von 55 Punkten erreicht werden. Dann würde die direkte Qualifikation zur Regionalliga Bayern wohl auch rechnerisch sicher sein. Zweites Ziel: "Wir sind als einziges Team daheim noch ungeschlagen. Das wollen wir auch bis zum Saisonende bleiben", so Schmidt weiter. Künftig will der 36-Jährige aber auch verstärkt Spieler aus der zweiten Mannschaft gegen die Bayernliga-Konkurrenz testen. Erste Signale in Sachen Vertragsverlängerung sind aus dem Lager des TSV 1860 auch schon zu vernehmen. Es scheint so, als würden sich beide Seiten in Kürze einigen können: "Endgültig fix ist die Verlängerung noch nicht. Aber es wird wohl so kommen, dass ich den TSV 1860 Rosenheim auch in der neuen Spielzeit betreuen werde", bestätigt Schmidt. Dann wohl in der Regionalliga Bayern. Wetten?