2026-06-12T06:52:44.557Z

Allgemeines

Bundesligatrainer aus dem Bayerwald

Die beachtenswerte Laufbahn des Ludwigsthalers Thomas Linzmeier

von Thomas Seidl · 28.09.2010, 10:34 Uhr · 0 Leser
Thomas Linzmeier
Thomas Linzmeier
Mehr als 20 Jahre ist es her, da wurde man beim SC Zwiesel auf einen großgewachsenen, zweikampfstarken Spieler aufmerksam, der in der Jugend des TSV Lindberg kickte. Ex-Profi Heinz Wittmann, seinerzeit Zwiesels Trainer, stellte den Kontakt zu Thomas Linzmeier her, der sich dann für einen Wechsel zu den Glasstädtern entschied.

Beim Traditionsverein entwickelte sich der selbstbewusste Abwehrrecke rasch zu einem Leistungsträger und unter Coach Gustav Kagerbauer feierten die SCler die Rückkehr in die Bezirksliga.

"Thomas war immer schon ein Mensch, der einen enormen Ehrgeiz hatte und ein sehr trainingsfleißiger Spieler war", erinnert sich die Zwiesler Trainerlegende, die immer noch regelmäßigen Kontakt zu seinen ehemaligen Schützling hat. Auch über die Landkreisgrenzen hinaus, blieben die guten Leistungen der Zwiesler Fußballer nicht unbemerkt. Die SpVgg Plattling, seinerzeit Bayernligist, streckte seine Fühler nach Linzmeier und Jochen Weigl, der später sogar zum Zweitligaprofi avancierte, aus und die beiden Talente entschieden sich für einen Wechsel zu den Isarstädtern.

"Das war meine schönste Zeit als Fußballer", erinnert sich Linzmeier. "Die Bayernliga war ja damals die dritthöchste Spielklasse in Deutschland. Wir hatten tolle Typen in der Mannschaft und es war schon ein geiles Gefühl als junger Spieler dort spielen zu dürfen". Unvergessliche Highlights in den Plattlinger Jahren waren die DFB-Pokalspiele gegen die Profiteams FSV Mainz, Carl-Zeiss Jena und Borussia Mönchengladbach. Nach Plattling folgten weiter Spielerstationen bei der SpVgg Landshut, beim 1.FC Bad Kötzting, der SG Post/Süd Regensburg, dem ASV Cham und dem FreierTuS Regensburg. Gerne erinnert sich der kompromisslose Abwehrhüne noch an die Ära beim FC Bad Kötzting zurück. "Dort war ein fußballverrücktes Umfeld und bei den Heimspielen herrschte stets eine tolle Stimmung". Bei Post/Süd Regensburg durfte Linzmeier dann erneut gegen ein Profiteam ran, in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals kickten die Oberpfälzer gegen Hertha BSC Berlin.

2005 hängte Linzmeier seine Fußballschuhe an den Nagel. Beruflich verschlug es Linzmeier nach Regensburg, der Pädagoge unterrichtet an der Realschule am Judenstein Sport und Mathematik. Doch dem Fußball blieb Thomas Linzmeier selbstverständlich erhalten. Er fungierte von 2005-2008 als DFB-Stützpunkttrainer in Regensburg, coachte von 2005-2007 die A-Junioren des TSV Kareth-Lappersdorf, ehe er dann dort ein Jahr die Herrenmannschaft der Oberpfälzer in der Bezirksoberliga coachte. 2008 kam dann der SSV Jahn Regensburg auf den gebürtigen Wailder zu. Linzmeier trat die Nachfolge von Mario Tanzer, der mittlerweile ja Spielertrainer beim TSV Grafenau ist, als U-19 Coach beim Kultclub an.

Mit vielen Spieler aus dem starken 1990er Jahrgang sorgte die Jahn-Truppe in der A-Jugendbundesliga für Furore und spielte lange in der vorderen Tabellenhälfte mit. "Bis Mitte März waren wir eigentlich immer zwischen Platz vier und sechs platziert und haben teilweise begeisternden Fußball gespielt", berichtet Linzmeier, der dann aber mit seinem Team eine Niederlagenserie einstecken musste und erst mit einem 3-0 Erfolg bei der TSG Hoffenheim am letzten Spieltag den Abstieg noch abwenden konnte. "Aufgrund vieler Querelen im Umfeld, konnten wir auf einmal kein Spiel mehr gewinnen. Den Jungs wurden von Spielerberatern und von anderen Vereinen der Kopf verdreht", blickt der Übungsleiter zurück, der die Saison 2008/2009 dennoch nie vergessen wird. "Das war wohl die beste Jugendmannschaft, die der Jahn jemals hatte und es hat unheimlichen Spaß gemacht, dieses Team zu trainieren".

Ein Jahr darauf stieg man dann aber sang- und klanglos aus der Bundesliga ab. "Wir hatten einfach nicht das Spielermaterial, um in dieser Eliteklasse bestehen zu können. Dennoch haben sich die Spieler nie hängen lassen und stets Vollgas gegeben", analysiert der Realschullehrer, der seine Tätigkeit beim Jahn dann zum Saisonende beendete. Mittlerweile hat der 39-jährige die Prüfungen zur Trainer A-Lizenz an der Sportschule Kaiserau mit Erfolg gemeistert und will auch irgendwann wieder als Vereinstrainer arbeiten. "Wenn Umfeld, sportliche Perspektive und Konzept passen, dann werde ich bestimmt wieder irgendwo einsteigen", betont Linzmeier, der auch eine Rückkehr nach Niederbayern nicht ganz ausschließen will. "Ich kann es mir zwar momentan eher nicht vorstellen, aber man soll niemals nie sagen. Meine Eltern wohnen ja noch im Bayerischen Wald und der Kontakt zu Gustav Kagerbauer ist nie abgerissen, daher bin ich über das regionale Geschehen immer noch gut informiert".