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Donnerstag 20.04.17 20:00 Uhr|Autor: Matthias Kaufhold (BZ)918
Alfons Higl sieht keinen Grund mehr, sich in Sachen Vertragsverlängerung beim Bahlinger SC am Kopf zu kratzen. | Foto: Patrick Seeger

Alfons Higl setzt den Bahlinger Weg fort

Kurz nach Ostern gibt der Trainer dem Werben nach und verlängert sein Engagement beim Oberligisten über die Saison hinaus
Der Schubs war ein Schübchen. Alfons Higl hat sich nicht überwinden müssen, um sein Engagement beim Bahlinger SC über das Saisonende hinaus zu verlängern. Wieso auch?  Alle Faktoren sprachen längst dafür, dass aus der Übergangslösung auf der Trainerbank eine längerfristige wird. Am Dienstag kamen beide Seiten überein, dass Higl Cheftrainer des  Oberligisten bleibt; am Donnerstag wurde die frohe Botschaft mittels Pressemitteilung unters Fußballvolk gebracht. Der  Weg ist jetzt frei für kommende Taten, allen voran im südbadischen Pokal.

„Schwer war’s jetzt nicht“, verrät Higl über seinen Entscheidungsprozess. Er stehe beim BSC gerne auf dem Trainingsplatz und hatte stets ein gutes Gefühl, seit er im vergangenen Januar für den zum Karlsruher SC gewanderten Zlatan Bajramovic die Verantwortung übernahm. Anfängliche Bedenken, ob es richtig ist, den eigenen Sohn zu trainieren und der Verein die richtige Linie wählt, hätten  sich zerschlagen. „Felix ist  total integriert in der Mannschaft“, hat Papa Higl festgestellt. „Er stellt sich dem Konkurrenzkampf, in dem er nichts geschenkt bekommt.“ Der 20-jährige Felix Higl zahlt das Vertrauen zurück mit konstant guten  Leistungen, zumeist im linken Mittelfeld.

Wo sich der Klub hinbewegt, gefällt dem 52-jährigen Ex-Profi. „Ich habe den Eindruck, dass wir uns in vielen Bereichen weiterentwickeln“, sagt Alfons Higl. Es sei wichtig, dass der Verein die Dinge in der eigenen Nachwuchsarbeit anschiebe, dass die Trainingsqualität mittelfristig durch die bereits  länger angedachten Kraft- und Fitnessräume sowie die Platzpflege  steige. Und dann gibt es noch die Planspiele um ein neues Stadion, das im Bahlinger Gewerbegebiet eines nicht allzu fernen Tages das Kaiserstuhlstadion an der Ponderosa ersetzen soll. Das Gesamtpaket  stimme, ist Higl überzeugt: „Das ist ein interessantes Projekt, bei dem ich gerne meinen  Beitrag leisten will.“

Über die Laufzeit des Vertrags vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Higl stellt aber klar, dass es keine Ausstiegsklausel gibt und er auch keine Angebote aus dem Profibereich abwägen musste. „Es gab gar keine“, sagt er. „Ich habe keinen Manager und hatte auch nie einen.“

Beim Blick auf die aktuellen Zahlen kommen keine Zweifel auf, dass der gebürtige Oberbayer, der seit vielen Jahren in Schallstadt lebt,  die Rot-Weißen spielerisch und tabellarisch vorangebracht hat: Bahlingen hat die noch im Herbst bedrohlich nahe gerückte Abstiegszone längst hinter sich gelassen, steht im Rückrundenklassement  auf Platz drei und hat unter Higl sechs Siege, ein Unentschieden und nur zwei Niederlagen eingefahren. Der sechste Tabellenrang scheint nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben. Fünf Spieltage vor Saisonende liegt der dritte Platz noch in Reichweite. Das wäre die zweitbeste Platzierung des BSC in seiner langen Oberliga-Historie.

Der Fokus freilich liegt in diesen Tagen auf dem südbadischen Pokalwettbwerb: Am kommenden Mittwoch wartet das Halbfinale  beim Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen auf die Bahlinger. „Das wird eine harte Nuss, die wir nicht im Vorbeigehen knacken können“, prognostiziert Higl. Auch um die Köpfe der Spieler vor dieser wichtigen Aufgabe frei zu bekommen, haben Higl und  der Verein  in der Trainierfrage nun für Klarheit gesorgt.

Die Avancen der Kaiserstühler,  die Halbjahresübereinkunft mit dem ehemaligen Bundesligaspieler des SC Freiburg und  des 1. FC Köln  zu verlängern, waren seit Wochen unüberhörbar. „Natürlich freut es uns, dass Alfons den Weg mit uns weitergeht“, sagt der sportliche Leiter August Zügel. „Er arbeitet sehr akribisch, betreibt einen Mordsaufwand, will, dass die Mannschaft schönen Fußball spielt und Erfolg hat“, beschreibt Hügel die Vorzüge von Higl. Man wisse, dass es rund um  das gesamte Team Bereiche gibt, „wo wir Luft nach oben haben“, so Zügel. „Hier wollen wir Schritt für Schritt vorwärts kommen.“
In Sachen Kaderplanung ist dies bereits geschehen: Bei den feststehenden Neuzugängen für die kommende Saison (Santiago Fischer, Robin Risch, Laurentiu Petean und Keeper David Bergmann) war Higl zumindest um seine Meinung gebeten worden. Jetzt stehen die Verhandlungen mit dem aktuellen Kader an, laut Zügel laufen vier oder fünf Verträge aus. „Es wird nicht überall ein lautes Hurra geben“, schätzt Higl. Sein Spielerstamm aber habe eine sehr gute Mentalität, arbeite äußerst fokussiert und fleißig. Darauf wird er auch in der kommenden Saison bauen in seiner typischen Art:  gelassen, unaufgeregt und souverän.
 
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