
Fünf Siege, fünf Remis und nun die erste Saisonniederlage. Der FC Augsburg II ist stark in die neue Spielzeit gestartet und scheint gefestigt genug, ein gewichtiges Wort mitzureden zu können an der Tabellenspitze der Landesliga Süd. "Es wäre aber auch der eine oder andere Sieg mehr drin gewesen. Andererseits hatten wir zum Beispiel am ersten Spieltag beim 1:1 in Burghausen etwas Glück, den die Wacker-Zweite hatte eine Vielzahl von Chancen", so Manfred Paula, der seit dieser Saison das Nachwuchsleistungszentrum des FC Augsburg leitet. "Die Mannschaft hat schon eine ganz gute Konstanz an den Tag gelegt. Allerdings nutzt das Team von Trainer Roland Bahl ihre Chancen noch nicht konsequent genug", schätzt Paula die aktuelle Situation beim FCA II ein.
Zu Saisonbeginn vor wenigen Wochen war die personelle Situation bei den Schwaben noch sehr "undurchsichtig". Die FuPa-Statistik zählte nicht weniger als 14 Neuzugänge und 18 Spieler, die die Augsburger verlassen hatten. Unter anderem verließen Thomas Rudolph, Markus Nix, Sebastian Schaller und Daniel Zweckbronner die Augsburger zum Bayernliga-Aufsteiger TSV Gersthofen. Simon Huber und Benjamin Woltmann schlossen sich dem TSV Aindling an. "Es sind aber viele Spieler aus der eigenen U19 nachgerückt, die technisch gute Qualität besitzen", erklärt Manfred Paula. Alles Youngster mit Bundesliga-Erfahrung, denn der Unterbau des FCA ist exzellent: Die U19 spielte in der Vorsaison nämlich noch in der höchsten deutschen Spielklasse, die U17 kann dieses Qualitätsmerkmal auch in dieser Saison aufweisen, während die U15 ihre Ligaspiele in der Regionalliga bestreitet.
Die sportlichen Vorzeichen der Augsburger Zweiten stehen nach wie vor glänzend, mit nur einem Zähler Rückstand auf Platz eins. Stellt sich nur die Frage, ob der Einzug in die Bayernliga Süd oder gar in die viertklassige Regionalliga Bayern überhaupt vom Klub forciert wird. Dazu Paula: "Das Management möchte schon, dass wir im Nachwuchs erfolgreich arbeiten. Aber es ist auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgestellt worden. Wir wollen unsere U23 nicht um jeden Preis nach oben bringen. Teure Fremdzukäufe wird es nicht geben. Wir wollen das gute Niveau noch etwas steigern und den Aufstieg mit der U23 mit Spielern aus dem eigenen Ausbildungslager schaffen." Aufstieg ja, aber nicht um jeden Preis. Das erinnert stark an die Devise der Augsburger Profimannschaft aus der Vorsaison, der das Kunststück Aufstieg im Sommer gelungen ist und die nun das anspruchsvolle Abenteuer "1. Bundesliga" bestreitet. Diese Odyssee erfordert derzeit die volle Konzentration des Vereins, Manfred Paula weiß aber auch: "Wenn sich die Lage der Profimannschaft wieder etwas stabilisiert hat, dann wird die Zusammmenarbeit mit den Amateuren und der Nachwuchsleistungszentrum sicher weiter intensiviert." Den Augsburger Profis und ihrer Nachwuchsabteilung wäre es jedenfalls ein großes Anliegen.