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Donnerstag 24.11.16 19:49 Uhr|Autor: Schw�bische Zeitung / Von Oliver Kothmann134
SCP-Betreuer Achim Krug im Geräteraum in den Katakomben der Geberit-Arena-Haupttribüne. Aus dem kleinen Kühlschrank darin wurde schon so manchem prominenten Gast ein kühles Helles gereicht. Oder auch zwei. Oder drei. Foto: Oliver Kothmann
Auch "Super-Mario" war schon zu Gast
"Schwäbische Geheimnisse": Geräteraum der Geberit-Arena wird vielseitig genutzt

Pfullendorf / sz - Mario Basler, der "Super-Mario", war und ist bekanntlich keiner, der seinem Körper konsequent Vollwertkost gönnt, sondern auch Tabakqualm und ein gepflegtes Bier zu schätzen weiß, am liebsten Weizenbier. Das hielt er schon als Fußball-Profi so, und auch als Trainer, als der er sich seit 2004 mit vergleichsweise bescheidenem Erfolg versucht, war das nie anders.



Vermutlich war die Lust auf sein Lieblingsgetränk an jenem 21. Mai 2005, als Trainer Basler anlässlich eines Regionalligaspiels mit Jahn Regensburg in Pfullendorf Hof hielt, ganz besonders groß. Schließlich hatte der Ex-Nationalspieler in der Saison zuvor zum Abschluss seiner Spielerkarriere noch in Katar für den Verein Al Rayan gekickt - und dürfte im abstinenten Scheichtum monatelang trocken gelegen haben. Außerdem hatte er mit Jahn gerade 1:2 beim SCP verloren (Torschützen für Pfullendorf Alexander Blessin und Sascha Maier).

Also kam Basler, der in Regensburg seine erste Trainerstation angetreten hatte, in den Katakomben unter der Tribüne zwischen Spielende und Pressekonferenz auf Achim Krug zu, der beim SC Pfullendorf seit 1988 Betreuer ist, und fragte ganz gezielt: "Du, jeder Verein hat doch so einen Raum, wo man eine rauchen kann und wo man ein Bier kriegt. Wo ist der bei Euch?"

Krug ("Ja, komm’ mal mit!") führte den Ex-Bayern-München-Profi in den Geräteraum am Ende des Kabinenganges. Darin werden seit jeher nicht nur Bälle und Trainingsutensilien aufbewahrt, dort haben Krug und seine Betreuer- und Security-Kollegen auch ein Kühlschränkchen, in dem stets eine Ration Gerstensaft lagert.

"Er wollte ein Weizen "erinnert sich Krug, "aber damit konnten wir nicht dienen. Hier unten gab’s schon immer nur Rothaus-Pils." Mario war’s egal, er gab sich auch mit Pils zufrieden.

Auf dem Bierglas unterschrieben

Anderen hingegen missfiel die Markentreue der Garagen-Geheimbar-Betreiber. Krug: "Manager Markus Kling wollte mal, dass wir hier das Bier unseres damaligen Sponsors anbieten. Aber darauf sind wir nicht eingegangen."

"Alle Ordner waren dabei, als der Mario hier unten zwei Bierchen getrunken hat, bevor er hochging zur Pressekonferenz", erinnert sich Krug schmunzelnd. Bezahlt habe Basler nichts, erkenntlich zeigte er sich dennoch - auf seine Weise eben: "Er hat auf einem Bierglas unterschrieben."

Auch Uwe Rapolder war als Trainer des TuS Koblenz ein gerne gesehener Gast in "Krugs Hinterzimmer".

Und einmal, so erinnert sich Krug, "stand hier direkt nach dem Spiel sogar eine komplette Mannschaft drin, alle noch im Trikot, und jeder Spieler hatte ein Bier und eine Zigarette in der Hand." Es waren die Regionalliga-Kicker des FC Schweinfurt, die unter Hans-Jürgen Boysen, der damals sogar auf der Trainerbank schlotete, ihrem Laster frönten und - wen wundert’s - am Saisonende der Spielzeit 03/04 nur haarscharf dem Abstieg entgingen.

Mitte Juli 2009 bewies auch Jürgen Kloop, dass er schon als Trainer von Borussia Dortmund "the normal one" war: Nach dem Borussen-Sieg beim Blitzturnier in der Geberit-Arena mit dem SCP und dem 1. FC Nürnberg gönnte sich "Kloppo" mit seinem früheren Mainzer Mannschaftskollegen und damaligen SCP-Trainer Helgi Kolvidsson einen feucht-fröhlichen Garagenbesuch. "Der war etwas ausgiebiger", erinnert sich Krug, denn Klopp und Kolvidsson verband aus der gemeinsamen Profizeit eine tiefe Freundschaft, "und sie hatten sich einige Jahre nicht mehr gesehen."

Doch nicht nur Branchengrößen wie Klopp, Basler oder Rapolder zweckentfremdeten die Garage. Auch die SCP-Trainer Kristijan Djordjevic, Adnan Sijaric, Patrick Hagg und Mario Slawig verwandelten die Abstellkammer regelmäßig in eine Räucherkammer. "Das Bier haben sie aber nie angerührt", versichert Krug.

Der gesamte Kabinentrakt ist ja schwer in die Jahre gekommen und soll in Bälde renoviert werden. Für die Garagenbar besteht nach Krugs Einschätzung aber kein Handlungsbedarf: "Hier kann alles so bleiben, wie es ist."

 
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