Andi Fuchshuber, Trainer vom TSV Nammering, gab ein Exklusiv-Interview für fussball-passau.de.
Der Ex-Coach vom Bezirksligisten TSV Sulzbach sprach über...
- seine Ziele beim TSV Nammering,
- wie er überhaupt nach Nammering gekommen ist,
- wie er die Mannschaft wieder aufbaute,
- was er am TSV Sulzbach am meisten vermisst,
und viele mehr....
Redaktion Passau : Michael Wagner konnte am Mittwoch ein persönliches Gespräch mit Nammerings Coach Andreas Fuchshuber führen.
Michael Wagner: Erstmal Gratulation zu den Siegen aus den letzten 2 Partien gegen Hofkirchen und Hacklberg. Nammering holte aus den ersten 6 Spielen nur 3 magere Pünktchen, dann kamst du und plötzlich siegt man gegen den Tabellenzweiten und sogar gegen den Ersten ohne Probleme. Wie hast du das geschafft?
Andreas Fuchshuber: Zunächst hatten wir ja große Probleme. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch kein einziges Spiel vom TSV Nammering gesehen. Das größte Problem war, dass ich fast keinen Namen kannte und auch nicht wusste, wer letztes Mal gespielt hat oder nur Reserve war. Das war am Anfang das Hauptproblem, deswegen haben wir im ersten Spiel bei der DJK Passau West auch so hoch verloren. Wagner: Was ist dir nach diesem misslungenen Debut in Passau West durch den Kopf gegangen? In der Art: Was hab ich mir da angetan?Fuchshuber: Nein, auf keinen Fall. Ich war mir im Vorhinein schon fast sicher, dass wir in diesem Spiel nicht als Sieger vom Platz gehen würden. Die Westler haben sehr gute Einzelspieler und in der Verfassung in der Nammering zu diesem Zeitpunkt war, kannst du solche Spieler gar nicht ausschalten, weil dir dazu einfach die Kraft und die Anspannung fehlt, wie z.B. diesen Ross Phillip oder ihren Spielertrainer Gubisch Armin. Wir hatten in 90 Minuten auch nur einen gefährlichen Torschuss.
Der Mannschaft fehlte einfach die Freude am Fußball. In der ersten Woche versuchte ich den Spieler zu zeigen, dass Fußball auch Spaß machen kann, sie müssen einfach wieder mit mehr Emotionen beim Spiel dabei sein. Jeder muss einfach wieder gerne auf den Platz gehen, dass war einfach das Hauptproblem der Spieler. Gute Fußballer gibt’s hier auf jeden Fall, das die vergangenen Jahre ja bewiesen hatten.
Fuchshuber: Auf jeden Fall mehr als das was die Tabellensituation ausdrückt. Das kommt dann immer ganz drauf an, ob man mit dem Spieler mit dem man arbeitet was lernen möchte oder nicht. Es steckt in jeder Mannschaft mehr drin, doch es liegt immer am Spieler selbst, ob er dazu bereit ist alles zu geben. Jetzt in der Anfangsphase hab ich es noch leichter, doch mit der Zeit flacht das ganze auch wieder ab, und die Spieler können es irgendwann wahrscheinlich schon gar nicht mehr hören, was ich ihnen sage.
Wagner: Das nächste Spiel habt ihr ja am Sonntag zu Hause gegen den FC Eging. Die Eginger hatten ja am Dienstag bereits die erste Trainerentlassung in der KK Passau verkündet. Geyer Willi hat nach einem Jahr abgedankt. Ein gefundenes Fressen.
Fuchshuber: Nein, auf keinen Fall. Es gibt kein gefundenes Fressen in dieser Klasse. Das Spiel gegen Eging wird wieder ganz anders, nicht so wie in Hofkirchen oder gegen Hacklberg. In diesen Spielen hatten wir nichts zu verlieren, die anderen waren doch die Favoriten. Doch am Sonntag schauts schon wieder ganz anders aus.
Wagner: Vor ein paar Jahren hast du schon mal mit dem DJK FC Neustift in der Kreisklasse Passau (damals hieß sie ja noch B-Klasse Passau) gespielt. Was hat sich verändert in dieser Zeit?
Fuchshuber: Am meisten haben sich die Spielertypen verändert. Früher war der Fußball bei den meisten Spielern an erster Stelle, heutzutage wäre das gar nicht mehr möglich. Von der Kraft und Kondition sind die heutigen Mannschaften besser, aber dafür ist das spielerische Niveau deutlich schlechter geworden. Taktisch hat sich natürlich auch viel verändert, früher hat man immer nur mit Manndeckung gespielt im Gegensatz zu heute, wo auch schon viele kleine Vereine auf Raumdeckung setzen.Wagner: Laut PNP hast du ja nach deinem Rücktritt in Sulzbach sehr viele Angebote bekommen. Viele haben sich da gefragt, warum du ausgerechnet in die Kreisklasse zum TSV Nammering gewechselt bist.
Fuchshuber: Das ich zum TSV gekommen bin, war mehr oder weniger einfach nur Zufall. Am Sonntag hab ich in Sulzbach aufgehört und am Montag in der Arbeit ist Nammerings Weinzierl Fred zu uns gekommen. Mein Chef hat dann gleich auf mich gedeutet und gesagt: „Da ist eh gerade ein Trainer frei geworden!!!“. Er kannte mich gar nicht und fragte: „Von welchen Vereine?“ – „in Sulzbach war er Spielertrainer“ – „wo spielen die?“ – „Bezirksliga“ – „genau so einen brauchen wir“. In der Arbeit haben wir dann jeden Tag darüber gesprochen und so hat das sich dann ergeben.Wagner: Von welchen Vereinen hattest du noch Angebote?
Fuchshuber: Das möchte ich nicht sagen.Wagner: Ok, Kein Problem. Aber bei dem Wechsel zum TSV war doch der finanzielle Aspekt entscheidend, oder nicht?
Fuchshuber: Nein.
Wagner: Was vermisst du am TSV Sulzbach, das was du hier nicht hast?
Fuchshuber: Am meisten natürlich meine ganze Freunde von Sulzbach, die ich über die Jahre kennen gelernt habe, aber ich kann mir gut vorstellen, dass sich das in Nammering hier auch so entwickeln wird. Ich hab immer noch Kontakt nach Sulzbach. Die Spieler rufen mich immer noch an, und fragen wies mir geht und wies sportlich aussieht. Bin eigentlich immer noch gut informiert was den TSV Sulzbach betrifft.