
Dem FC Eintracht Bamberg 2010, der vor sechs Jahren nach einer Insolvenz der Domstädter neu gegründet worden ist, droht nun das gleiche Schicksal wie dem Vorgänger-Klub. Anfang März war der seit Gründung 2010 im Amt befindliche Vorstandsvorsitzende Mathias Zeck von seinem Posten zurückgetreten. Kommissarisch wird der Verein von seinem bisherigen Stellvertreter Jörg Schmalfuß geleitet. Der informierte nun am Donnerstagabend seine Mitglieder, dass dem Verein die Insolvenz drohe. Der Schuldenstand könne ziemlich genau auf 440.000 Euro beziffert werden. Das nahmen die 150 anwesenden Mitglieder geschockt zur Kenntnis: "Es sind ganz viele Mitglieder gekommen, weil ein sehr großer Bedarf an Informationen besteht", sagt Interims-Klubchef Schmalfuß. Die Entscheidung über einen Insolvenzantrag ist zwar noch nicht endgültig getroffen, vieles deutet aber darauf hin. "Wir werden jedenfalls am Samstag in Forchheim antreten. Allerdings müssen alle mit ihren Privatwagen dorthin fahren. Einen Bus gibt es nicht mehr. Ich hoffe, dass die Spieler dort den Kopf frei bekommen", lässt FCE-Trainer Petr Skarabela wissen. Der befürchtet, dass das Derby in Forchheim schon das letzte Spiel sein könnte. Denn der Verein hat Verbindlichkeiten bei der Stadt in Höhe von mehr als 12.000 Euro. Da die Sportanlagen in Bamberg städtisch sind, droht dem FCE Bamberg der Zugang zu den Trainingsplätzen, zum Vereinsheim und zum Fuchspark-Stadion verwehrt zu werden. Das würde bedeuten, dass die Domstädter den Spielbetrieb einstellen müssten.
Trainer und Spieler sind bereits seit Jahresbeginn nicht mehr bezahlt worden und wurden am gestrigen Donnerstag darüber informiert, dass seitens des Vereins keine weiteren Gehaltszahlungen mehr beglichen werden können. Kann der Spielbetrieb - und auch das steht ob der geschilderten Vorzeichen absolut infrage - nicht aufrechterhalten werden, werden die Spiele des FC Eintracht aus der Wertung genommen. Es sei denn, die Bamberger können - dann wohl teils aufgefüllt mit Spielern aus der Zweiten Mannschaft - in den verbleibenden zwölf Partien das dreimalige schuldhafte Nichtantreten verhindern. Sollte Insolvenz angemeldet werden müssen und ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt werden, dann könnte ein Nachfolger-Verein wie 2010 passiert gegründet werden. Die Spieler können dann in diesen Klub übertreten. Klappt das und der Spielbetrieb wird aufrechterhalten - das sind die Grundvoraussetzungen - könnte der Nachfolgeverein in der nächsten Saison eine Klasse tiefer – also in der Landesliga – neu beginnen.
"Ziel ist es, natürlich den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen, und dann in der nächsten Saison einen Neustart in der Landesliga machen zu können", erklärt Interimspräsident Jörg Schmalfuß, der ausführt: "In der nächsten Woche werden wir uns beraten, wie`s weitergeht. Bis zum 30. Juni wird der Schuldenstand auf 440.000 Euro steigen, als Einnahme können wir bis dahin einen Betrag von 50.000 Euro dagegenstellen." Mit Skepsis ist die Nachricht beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) aufgenommen worden. "Wir vom Verband können da im Moment nichts machen. Wir müssen abwarten, wie sich die Lage dort entwickelt", sagt Verbandsspielleiter Josef Janker, der ausführt: "Es ist natürlich sehr schade, dass so etwas passiert und in Bamberg binnen sechs Jahren womöglich bereits zum zweiten Mal." Sollten die Bamberger den Spielbetrieb einstellen müssen, das ist wohl das wahrscheinlichste Szenario, dann würden alle bisher gespielten Partien des FCE aus der Wertung genommen - sollte die dritte "0:2-Sportgerichtswertung" vorm viertletzten Spieltag ausgesprochen werden. In diesem Fall würden die Domstädter auf den letzten Platz gesetzt und es würde keinen Direktabsteiger aus der Bayernliga Nord geben. Der potenziell neue "FCE Bamberg" müsste sein neues Glück dann auf Kreisebene suchen.