
Im vergangenen Jahr setzte er sich bei den Relegationsspielen für die Regionalliga Bayern kurzerhand selbst auf die Bank. Dass der Aufstieg verpasst wurde, schreibt sich Weingartner ein Stück weit selbst zu: Weil ihm die sportliche Kompetenz fehlte und er falsche Entscheidungen traf. Diesmal will der 42-Jährige nicht scheitern, diesmal soll es mit dem Aufstieg klappen. Sportlich befindet sich die Mannschaft auf einen guten Weg. Der Punktverlust beim 2:2 in Wolfratshausen schmerzte ein wenig, an der vielversprechenden Ausgangslage hat er wenig verändert. Der BCA wird in der Bayernligatabelle auf Rang drei geführt. Mindestens auf Platz vier muss Aichach im Endklassement stehen, um an der Aufstiegsrelegation teilzunehmen.
Mit einem Erfolg am Samstag zuhause gegen den Tabellenvorletzten Fürstenfeldbruck dürften die Aichacher für die Verlängerung der Saison planen. Am 29. Mai und am 1. Juni würden sie um den Aufstieg in die Regionalliga spielen, zuerst zuhause, dann auswärts.
Formal hat sich der BC Aichach bereits für die Regionalliga Bayern qualifiziert, hat die Lizenz erhalten. Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat die Zulassungskriterien für seine eigenständige Regionalliga gehörig nach unten korrigiert, um vielen Vereinen die Viertklassigkeit zu ermöglichen. Ein Mindestbudget gibt es nicht. Dennoch sagt Jürgen Faltenbacher, Vorsitzender der Zulassungskommission: „Jeder Verein sollte wissen, in welcher Liga seine Heimat ist.“ Die SpVgg Landshut, die Aichach noch verdrängen könnte, hat deshalb ihren Lizenzantrag zurückgezogen.
Finanzielle Sorgen plagen den BC Aichach nicht – dank Weingartners Euros. Aichachs Lizenz ist dennoch an Auflagen gekoppelt. Einige davon sind leicht zu erfüllen, beispielsweise, dass Posten wie Medienverantwortlicher, Sicherheits- und Fanbeauftragter verbindlich gemeldet werden müssen. Vieles seien Formalien, erläutert Weingartner. Weitaus intensiver muss er sich mit dem Stadion beschäftigen, beziehungsweise muss Weingartner zunächst dafür sorgen, dass die Anlage an der Schrobenhausener Straße diesen Namen verdient. Er wisse, dass man Defizite bei den Rahmenbedingungen hab, räumt der Entscheider ein.
Weingartner kalkuliert mit rund 60.000 Euro, die in eine Gesamtkapazität von 2500 Besucherplätzen, eine Tribüne mit 100 Sitzplätzen, Plätze für Medien und Ehrengäste und einen abgetrennten Block für Gästefans investiert werden müssten (wir berichteten). Außerdem drängt die Zeit. Zwischen dem Ende der einen und dem Start der anderen Saison liegen nur wenige Wochen. Schnellstmöglich müssen die Vorgaben des BFV erfüllt werden, muss die Spielstätte des BCA die Auflagen erfüllen. Weingartner weiß das. „Dann hätten wir ein strammes Programm vor uns“, sagt er.