Der Buchholzer Viktoria ist in der Landesliga ein wichtiger Befreiungsschlag gelungen. Im Lokalderby gegen den FSV Duisburg setzten sich die Buchholzer verdient mit 4:0 (1:0) durch und haben nun drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Trainer Michael Roß sprach nach der Partie von einem guten Spiel seiner Mannschaft: "Der Sieg geht alles in allem in Ordnung, ist allerdings wohl etwas zu deutlich ausgefallen. Wir waren die aktivere Mannschaft und haben zumeist den Rhythmus bestimmt."
Sein Gegenüber, FSV-Trainer Gregor Grillemeier, sah das ähnlich: "Wir hatten zu Beginn einige gute Aktionen, die leider nicht zu Toren geführt haben. Die Buchholzer Führung kam zu dem Zeitpunkt etwas überraschend. Nach der Pause waren wir zu ungenau im Spielaufbau. Nach dem 0:2 war die Partie endgültig entschieden. Buchholz hat das dann souverän zu Ende gespielt."
Im Vergleich zum Maifeiertag, als die Viktoria gegen TuB Bocholt (1:2) unterlag, brachte Coach Michael Roß mit Robin Schuffels und und Felix van Berk zwei frische Kräfte, die offensiv viele Aktionen hatten. Die Anfangsphase gehörte allerdings den Gästen, bei denen gleich fünf Änderungen in der Startelf zu finden waren. Doch Spielführer Mehmet Özer vergab zwei gute Chancen mit dem Kopf: "Wenn Mehmet in dieser Phase trifft, nimmt das Spiel einen anderen Verlauf. Buchholz wirkte zu Beginn noch verunsichert", meinte Grillemeier, der nach einer halben Stunde den Rückstand seiner Mannschaft hinnehmen musste.
Maurice Rybacki hatte sich ein Herz genommen und erzielte aus rund 20 Metern das 1:0. Das gab der Viktoria mehr Selbstvertrauen. Allerdings wollte ein zweites Tor zunächst nicht fallen: "Insgesamt können wir mit den vier Treffern sehr zufrieden sein. Allerdings gab es wieder etliche Szenen, in denen wir vor dem Tor zu nervös waren. Das hätte auch nach hinten losgehen können", erklärte Michael Roß.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit erspielten sich die Hausherren ein optisches Übergewicht. Während der FSV nur durch Standardsituationen gefährlich blieb, erspielte sich Buchholz gute Torchancen. Es dauerte allerdings bis zur 72. Minute, ehe Kapitän und Torjäger Markus Raue den zweiten Treffer nachlegte. Fortan war der Bann gebrochen. Innerhalb von sieben Minuten schraubte die Viktoria das Ergebnis doppelt in die Höhe. Erst Tim Wiederhold nach feiner Kombination (75.) und danach Abwehrspieler Metehan Gürbüz (78.) sorgten für die Tore drei und vier: "Nach dem 0:2 war die Messe gelesen. Wir haben alles nach vorne geworfen und haben hinten aufgemacht."
Im Spitzenspiel der Landesliga beim PSV Wesel-Lackhausen brachte sich der DSV 1900 um den eigenen Lohn. Die Wanheimerorter waren beim Tabellenzweiten die klar bessere Mannschaft und standen am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Lackhausen gewann nach turbulenter Schlussphase mit 3:2 (0:1). "Das war eine ärgerliche Niederlage. Wir waren die bessere Mannschaft", ärgerte sich DSV-Trainer Heiko Heinlein, der in den vergangenen Wochen Schwächen bei seinem Team beobachtet: "Nicht nur, dass wir in den letzten drei Spielen ohne unseren Abwehrchef Rafael Synowiec immer drei Gegentore kassierten, wir bekommen auch immer in der Schlussphase Tore eingeschenkt."
So war es auch gestern. Nachdem der PSV aus heiterem Himmel in der 24. Minute durch Sebastian Eisenstein in Führung ging, drehte DSV-Mittelfeldspieler Florian Theißen nach der Pause mit einem Doppelpack (54./ 73.) die Partie. "Danach hatten wir das Spiel eigentlich im Griff", erklärte Heinlein, dessen Team dennoch in den Schlussminuten wackelte. Nach dem Foul von DSV-Keeper Sebastian Wickl konnte Lackhausens Oliver Vos per Strafstoß zum 2:2 ausgleichen (81.).
In der 89. Minute fand ein langer Ball PSV-Stürmer Eisenstein, der zum vielumjubelten 3:2 traf. "Sie haben den Sieg gefeiert, als wenn sie Meister geworden wären", erklärte Heinlein, der bedient war: "Beide Tore sollen durch Abseitsstellungen entstanden sein. Ich kann und will das nicht beurteilen." Zu allem Überfluss sah Kay Kasaj in der Schlussminute nach einer Notbremse noch die Rote Karte.
Die nächsten Spiele: Schon am Mittwoch geht es für Viktoria Buchholz (gegen Mülheim 07) und den DSV 1900 (beim FC Bocholt) weiter. Der FSV Duisburg hat spielfrei.