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Freitag 21.04.17 10:49 Uhr|Autor: Stefanie Graff (RHV)130
Die Rotherin Eva Otzelberger im Dress der U 17-Jugend des 1. FC Nürnberg. Im Sommer will sie sich bei den Damen beweisen. Foto: privat
Eva Otzelberger vor dem großen Sprung
Die 17-Jährige kann sich ab Sommer bei den FCN-Damen beweisen
Es gibt Mädels, die es in Sachen Fußball ziemlich weit bringen. Eine davon ist Eva Otzelberger aus Roth. Die 17-Jährige gehört zu den ganz großen Talenten des bayerischen Mädchenfußballs und spielt in der U17-Mädchen-Bundesligamannschaft des 1. FCN. Am Ende ihrer Juniorinnenzeit kann die Schülerin der Bertolt-Brecht-Schule schon auf eine herausragende Karriere zurückblicken.

Dabei hatte alles ganz klein, auf dem Fußballplatz des damaligen SC Roth angefangen. Eigentlich war Evas drei Jahre älterer Bruder Max der Fußballer der Familie. Eva, das jüngste der vier Otzelberger-Kinder, war nur dabei, wenn Mama Inge den einzigen Sohn zum Fußballplatz brachte. Es dauerte nicht lange, dann jagte auch die Vierjährige hinter dem Ball her und verbrachte die Nachmittage kickend mit dem Bruder im Garten.

Bis zur U13 spielte Eva beim SC, dann bei der TSG Roth in den Jungsmannschaften mit. Im Rahmen eines Schulturniers (damals spielte die Fünftklässlerin in der Schulmannschaft des Rother Gymnasiums gegen die der Nürnberger Bertolt-Brecht-Schule) fiel das Talent von Eva Otzelberger den Nürnbergern auf. Die Bertolt- Brecht-Schule kooperiert in Sachen Mädchenfußball eng mit dem 1.FCN.

Eva wurde zum Probetraining eingeladen und ist geblieben. Mit dem Schulwechsel bekam der Sport einen ganz neuen Stellenwert im Alltag der jungen Fußballerin: Dreimal in der Woche sind die Kickerinnen am Morgen für das Fußballtraining vom Unterricht freigestellt. Die Unterrichtsstunden müssen am Nachmittag an den Schultag drangehängt werden. Dazu kommen mehrere nachmittägliche Trainingseinheiten pro Woche.

Schon die ersten Titel

Die FCN-Mädchenmannschaften trainieren auf dem Gelände der BBS. So fallen zumindest zusätzliche Fahrtzeiten für das Training weg. Dennoch sind die Tage des sportlichen Teenagers lang. Für Freunde und Familie in Roth bleibt wenig Zeit. „In meinem Alltag kommt nach dem Fußball lange nix“, räumt die 17-Jährige ein. Aber: „Es macht halt einfach Spaß.“ Spaß, auf dem Platz zu stehen, Teamgeist zu spüren und zu leben, gemeinsame Erlebnisse mit der Mannschaft zu haben. „Eigentlich sind die Erlebnisse fast wichtiger als die Erfolge.“ Doch auch die können sich schon sehen lassen: Bayerischer und süddeutscher Hallenmeister 2017 und Platz drei bei der Deutschen Hallenmeisterschaft im März – das sind die jüngsten Coups der U17-Mannschaft, in der die Rotherin als Innenverteidigerin spielt.

Ein paar Monate zuvor feierte Eva Otzelberger mit der Schulmannschaft sogar einen internationalen Erfolg: Bei der Europameisterschaft in Frankreich holten die Nürnberger Mädchen im Sommer 2016 völlig überraschend den Titel. „Wir sind ohne große Erwartungen hingefahren und haben das Ding gewonnen.“ Die Stadt Nürnberg hat das Aushängeschild des mittelfränkischen Mädchenfußballs danach mit dem Titel „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet.

Ein ferner Traum

Darauf ist auch die Rotherin besonders stolz. Solche Anerkennung tut gut. Denn der weibliche Fußball hat es immer noch alles andere als leicht. Auch und besonders im höherklassigen Bereich. „Da sind die Bedingungen für die Jungs einfach viel besser“, weiß die Gymnasiastin aus Erfahrung.

Der 1. FCN Frauenund Mädchenfußball ist ein eigener Verein unter dem Dach des 1. FCN. Gerade mal gut 200 Mitglieder hat der Verein im Verein. Familiär geht es dort zu und gar nicht so, wie man es von einem Bundesligisten erwartet. Von den Bedingungen, unter denen die gleichaltrigen Talente des anderen Geschlechts gefördert werden, können die Mädels nur träumen.

Verlass auf Familie

Der FCN ist da allerdings keine Ausnahme. Im weiblichen Fußball sind Ehrenamt und Elterninitiative auch im semiprofessionellen Bereich gefragt. Es werden teilweise private Fahrgemeinschaften zu den Bundesligaspielen gebildet, die Trikots immer reihum daheim gewaschen und bei den Heimspielen Kuchen verkauft, damit ein bisschen Geld in die Mannschaftskasse kommt.

Zu verdienen gibt es im Mädchen- und Frauenfußball nichts. Wie bei Eva müssen die Familien voll hinter den Kickerinnen stehen. Evas Mutter engagiert sich seit Jahren als Mannschaftsbetreuerin.

Nur wenn die Frauenmannschaft eines Vereins den Einzug in die Bundesliga schafft, dürfen sich die Mädchen mehr Förderung vom DFB erwarten. Das ist beim FCN bislang nicht der Fall.

Im Sommer wechselt die Elftklässlerin altersbedingt zu den Frauen und muss sich dort einen Platz in der Mannschaft zwischen viel älteren, körperlich überlegenen und erfahreneren Spielerinnen in der U23 oder der ersten Damenmannschaft erkämpfen. „Das wird erst mal eine neue Herausforderung.“ Und nach dem Abi? „Fußballprofi als Frau eher nicht.“ Lieber ein Studium, „das etwas mit Sport zu tun hat“ und nebenbei in der zweiten oder dritten Liga Fußball spielen. „Das wäre toll.“

 
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