
Reichlich Torchancen gab`s schon vom Anpfiff weg. Zunächst für den Gast, als Schöps auf der Torlinie beim Kopfball von Kapitän Eibl rette (3.) und nur 40 Sekunden später ein von Wittmann abgeprallter Freistoß-Ball beim völlig freien Ex-Kötztinger Zacher landete, der die Lederkugel allerdings aus sechs Metern drüber bombte. Kurz darauf wurde Pillmeier nach feinem Doppelpass mit Kress gerade noch abgedrängt und Delpy jagte den Ball nach Steilvorlage weit drüber.
Dann stand die Innenverteidigung besser geordnet, waren auch die Außenverteidiger gegen ihre stürmisch beginnenden Gegner besser positioniert, so dass der ASV mit viel Leistungsbereitschaft die so gefährlichen und auswärtsstarken Passauer Vorstädter mit zunehmender Spielzeit aus dem Spiel nahmen. Die bis dahin größte Chance eröffnete sich Hofmann, der von Chr. Ederer freigespielt allein vor dem Tor mit einem Heber am gut regierenden Wloch scheiterte (11.). Auf der Gegenseite lief der Ball mit gekonntem Direktspiel über Eibl und Brückl zu Pillmeier, der direkt vollendete, doch der SV-Torjäger stand knapp im Abseits (19.).
Die zweite Großchance ließ Hofmann nach einer halben Stunde liegen, als ihm nach Zuspiel von Chr. Ederer Keeper Wloch beim Versuch ihn zu umspielen, die Kugel vom Fuß fischte. Glück auf für die Gastgeber, denn Brückl verlängerte eine Freistoß-Hereingabe in den Fünfmeterraum, wo mit dem agilen Abelein und Eibl gleich zwei Schaldinger um Zentimeter am Ball vorbeigrätschten. Dann musste eigentlich auf der Gegenseite die ASV-Führung fallen, doch der von Christoph freigespeilte Chr. Ederer scheiterte aus kürzester Entfernung. Kurios die Aktion eine Minute vor der Pause, als nach dem Wloch-Abwurffehler Schöps aus gut 20 Metern aufs leere Tor köpfte, das Spielgerät sich jedoch knapp neben dem linken Pfosten ins Aus senkte.
Der SV hatte zwar mehr Spielanteile, die im zweiten Durchgang sogar noch zunehmen sollten, doch die zwingenderen Möglichkeiten besaß überraschend der Hausherr, der deshalb zuversichtlich in die zweiten 45 Minuten ging. Da musste aber gleich Geiling, der eine ansprechende Partie lieferte, gegen Pillmeier in höchster Not retten und die Rechtsflanke von Abelein klatsche auf die Querstange (48.). Der Kopfball von Abelein war zu hoch angesetzt (55.) und nach der Abelein-Hereingabe jagte Kress aus elf Metern den Ball an die Latte (58.).
Nun drängten die Grün-Weißen mit Macht und suchten die Vorentscheidung. Punkte in Cham wollten sie keinesfalls abgeben, hätte es ihnen doch eventuell den Meistertitel gekostet. Nachdem Bindl toll gegen Eibl pariert hatte, brachte drei Minuten später (67.) die Abwehr das Leder nicht aus der Gefahrenzone und Kress war im Nachsetzen mit dem Schuss unter die Alustange zum 0:1 erfolgreich. Kollektives Aufatmen beim Spitzenreiter, der nach 73 Minuten fahrlässig das 0:2 versemmelte: Pillmeier versäumte es im ersten Versuch sein Torkonto auf 29 zu schrauben, als Bindl abwehrte und auch beim Nachschuss von Brückl klärte er erneut reaktionsschnell mit Fußabwehr zur Ecke.
Völlig frei jagte Kress kurz darauf die Lederkugel weit übers Tor. Doch dann kamen die ASV-ler noch zu zwei Möglichkeiten durch Schönberger, dessen Schuss abgefälscht wurde (80.), und U19-Junior Sever Corfariu, der von Zacher gerade noch gestört werden konnte. Die arg ersatzgeschwächten Hausherren hatten sich gegen den verdienten Sieger wacker geschlagen und heimsten Anerkennung von den Fans ein. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt nach der Schienbein-Verletzung von Christian Ederer bei der ohnehin schon äußerst angespannten Personallage des ASV dennoch.
ASV Cham: Bindl, Wittmann, Mühlbauer, Geiling (59. Schmidbauer), Christoph, Schöps, Schönberger, Weidner, Zangl, Christian Ederer (77. Holler), Hofmann (66. Corfariu)
SV Schalding-Heining: Wloch, Süß, Krieg, Zacher, Abelein, Krenn (53. Träger), Delpy, Kress, Brückl (88. List), Eibl, Pillmeier
Tor: Thomas Kress (67.)
Schiedsrichter: Niko Mäusbacher, Fürth a. Berg
Zuschauer: 230.
Trainerstimmen:
Mario Tanzer (SV Schalding-Heining): "Wir sind froh, dass wir 1:0 gewonnen haben. Mit dem Gewinnenmüssen sollten wir noch besser umgehen. Es war ein hartes Stück Arbeit, weil es uns Cham relativ schwer gemacht hat und wir relativ schlecht spielten. Deshalb bin froh, dass wir die drei Punkte eingefahren haben. Mehr habe ich heute gar nicht zu sagen."
Rüdiger Fuhrmann (ASV Cham): "Man hat gesehen, was Einstelllung, Wille und Kampfbereitschaft bewirken können. Den Gegner habe ich vom Anfang an spieltechnisch überlegen gesehen. Er wollte uns mit der Taktik 3:6:1 überraschen, aber ich denke meine Jungs haben es super gemacht. Ich kann heute nur ein uneingeschränktes Lob aussprechen. Wir haben ohne Sieben gespielt, auch noch ohne Torhüter Hoffmann, wobei Lucas Bindl seine Aufgabe super löste. Wir hätten eine der drei "Granatenchancen" nutzen müssen, dann hätte es vielleicht zu einem Punkt gereicht."